Allianz pro Schiene

Güter auf die Schiene! - Verbände und Unternehmen fordern Schwerverkehrsabgabe

    Berlin (ots) Ein Bündnis aus Umweltverbänden, Gewerkschaften,
Bahnunternehmen und anderen gesellschaftlichen Organisationen hat die
schnelle Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene gefordert. In
einer gemeinsamen Erklärung - "Güter auf die Schiene -
Schwerverkehrsabgabe jetzt!" - wird die Schaffung fairer
Wettbewerbsbedingungen für die Bahn verlangt. Dazu ist nach
Auffassung des Bündnisses die Einführung einer wirksamen und
leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe notwendig. Nur so könne den
wachsenden Anforderungen von Klima-, Umwelt - und Gesundheitsschutz
Rechnung getragen werden.
    
    Neben der "Allianz pro Schiene", dem Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD),
der Gewerkschaft Transnet - GdED und dem Verband deutscher
Verkehrsunternehmen unterstützen inzwischen insgesamt mehr als 20
Organisationen diese Forderungen.
    
    Dirk Flege, Bundesgeschäftsführer des VCD: "Das Umwelt- und
Sozialdumping im LKW-Verkehr verursacht nicht nur im deutschen
Speditionsgewerbe einen ruinösen Wettbewerb. Dieses Dumping
verhindert die Verlagerung der Güter auf die Bahn und ruiniert
außerdem die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Kommt es hier zu
keinem Kurswechsel, wird der Straßengüterverkehr bis zum Jahr 2015 um
mehr als 50 Prozent zunehmen. Um diesen Horror abzuwenden, gibt es
nur eine Alternative: Unnötige Transporte vermeiden, mehr Güter auf
die Bahn und faire Preise im Verkehr."
    
    Das Bündnis fordert die Einführung einer Leistungsabhängigen
Schwerverkehrsabgabe (LSVA) auf allen Straßen und für alle LKWs in
Höhe von mindestens 1 Pfennig (0,05 Euro) pro Tonnenkilometer. Für
schwere LKWs beispielsweise wären das 40 Pfennig (0,2 Euro) pro
gefahrenem Kilometer. Dieser Betrag solle in den nächsten Jahren
weiter angehoben werden. Angestrebt werden sollte nach Auffassung des
Bündnisses eine Schwerverkehrsabgabe in der Höhe wie sie auch in der
Schweiz eingeführt wird (0,7 Euro pro Kilometer für schwere LKW).
    
    Dr. Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND: "Der LKW-Verkehr
trägt heute nicht annähernd seine anteiligen Kosten für Bau und
Instandhaltung der Straßen. Neben Baustellen und Staus werden pro
Jahr Folgekosten in Höhe von mindestens 60 Milliarden Mark
verursacht. Auch Unfallkosten, Gesundheits- und Lärmschäden,
Luftverschmutzung und die zunehmende Belastung der Atmosphäre mit
Klimagasen müssen am Ende von der Gesellschaft teuer bezahlt werden.
Erst nach Umlage dieser Kosten auf den LKW-Verkehr hat die Bahn
    wieder eine Chance beim Gütertransport."
    
    Die eingenommenen Mittel aus der Schwerverkehrsabgabe sollten nach
Ansicht der Verbände ausschließlich für sinnvolle Verkehrsprojekte
ausgegeben werden. Dazu gehörten Modernisierungen im
Schienengüterbereich, effektive Lärmschutzmaßnahmen und die
Instandhaltung des Straßennetzes.
    
    Timm: "Die Bahn wird erst dann zusätzliche Anteile des
Güterverkehrs übernehmen können, wenn sie mit gezielten Investitionen
für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts fit gemacht wird. Jeder
weitere Zubau von Straßen behindert stattdessen die Verlagerung von
Transporten auf die Schiene."
    
    Weitere Verbände, Unternehmen und auch Einzelpersonen sollen jetzt
als Unterstützer der Initiative für eine Schwerverkehrsabgabe
gewonnen werden.
    
    Dass Transporte mit der Bahn bereits heute eine echte Alternative
sein können, bestätigt beispielsweise der Berliner Möbelspediteur
Klaus Zapf: "Eine verstärkte Verlagerung von Gütern auf die Bahn ist
natürlich möglich. Unser Unternehmen bewältigt bereits die Hälfte der
Fernumzüge auf der Schiene - bei Kosteneinsparungen von 35 Prozent!
Nur deshalb können wir uns die Einhaltung der gesetzlichen
Bestimmungen und die Lenkzeitenregelungen überhaupt leisten. Das
bringt dem Unternehmen Zapf auch die notwendige Rechtssicherheit.
Wenn andere Spediteure jetzt 'rumjammern, haben sie ihre Hausaufgaben
nicht gemacht und nicht vorrausschauend geplant"
    
    Unterstützer der gemeinsamen Erklärung: Allianz pro Schiene,
Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management
(B.A.U.M.) e.V., Bündnis LSVA für Europa, Bundesverband
Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V., Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Deutsche Bahn AG, Deutsche
Umwelthilfe (DUH) e.V., Deutscher Naturschutzring (DNR), Fuss e.V.,
Germanwatch e.V., Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL),
Gewerkschaft Nahrung/Genuß/Gaststätten (NGG), Gewerkschaft
Transnet/GdED, GRÜNE LIGA e.V., Häfen und Güterverkehr Köln AG,
Klima-Bündnis/Alianza del Klima, Naturschutzbund Deutschland (NABU)
e.V., Pro Bahn e.V., Rhein-Sieg Eisenbahn (RSE), Robin Wood e.V.,
Umkehr e.V., Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV),
Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V., Verkehrsgewerkschaft GdBA,
Umweltstiftung WWF-Deutschland
    
    Die gemeinsame Erklärung kann bei der Allianz pro Schiene, dem
BUND oder VCD angefordert oder unter www.allianz-pro-schiene.de
abgerufen werden.
    
    Das bei der Pressekonferenz gezeigte Großtransparent kann bei dem
Urheber Jürgen Tomicek unter tomicek@t-online.de angefordert werden.
    
ots Originaltext: Allianz pro Schiene
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Für Rückfragen:
Allianz pro Schiene:
Holger Jansen, Geschäftsführer,
Tel: 030/2759455 (0172/2912269)

BUND: Tilmann Heuser, Verkehrsreferent,
Tel. 030/27586-435 (0177-6671316),
VCD: Burkhard Reinartz,
Tel. 0228/98585-23.

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