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Vom Workshop zur Veränderung: „Fair Wear Works“ zeigt, wie nachhaltiger Textileinkauf gelingen kann

Vom Workshop zur Veränderung: „Fair Wear Works“ zeigt, wie nachhaltiger Textileinkauf gelingen kann
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Bonn, 29.04.2026 – Ein T-Shirt, ganz gleich, ob Sportbekleidung oder Work Wear, ist selten nur ein T-Shirt. Es steht für globale Textillieferketten, Arbeitsbedingungen und Umweltwirkungen – und für die Frage, welche Verantwortung dafür im Einkauf übernommen wird. Genau hier setzte das Projekt „Fair Wear Works“ von FEMNET e. V. und dem Global Nature Fund an, mit dem Ziel, nachhaltige Textilbeschaffung in Sport, Gesundheitswesen und Hochschulen konkret voranzubringen.

Dass daraus echte Veränderungen entstehen können, zeigt ein Beispiel aus dem Gesundheitswesen: Nach der Teilnahme an Sensibilisierungsworkshops im Projekt begann der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), seine eigene Beschaffung neu zu denken – mit sichtbaren Ergebnissen: „Ein konkretes Ergebnis daraus war der Start einer Produktlinie mit GOTS-zertifizierten Artikeln in unserem Shop für den Gesamtverband, darunter T-Shirts und Fleecejacken. Diese Produkte werden bereits sehr gut nachgefragt und zeigen, dass nachhaltige Alternativen auch innerhalb unseres Verbandes auf großes Interesse stoßen.“, so Eva-Maria Hansel, Referentin für Nachhaltigkeit beim ASB.

Solche Entwicklungen sind kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren hat „Fair Wear Works“ zahlreiche Akteur*innen dabei unterstützt, vom Wissen ins Handeln zu kommen:

Im Sport wurden Vereine und Profiklubs dabei begleitet, den Einkauf ökologisch und sozial nachhaltiger Sport- und Merchandisebekleidung umzusetzen: „Durch die Zusammenarbeit mit dem GNF und die gemeinsamen Workshops konnten wir unsere Prozesse hinsichtlich einer nachhaltigeren Einkaufspraxis verbessern und unser Wissen rund um das Thema vertiefen. Wir bedanken uns für die Unterstützung im Rahmen des Projektes.“, führt Luca Hocker, Bereichsleitung Business Development, 1. FC Nürnberg e. V., aus.

An Hochschulen entstanden erste Ansätze, Nachhaltigkeitskriterien systematisch in Beschaffungsprozesse zu integrieren. In Kooperation mit Fairtrade Deutschland wurden dabei nicht nur nachhaltige Textilien, sondern auch die Produktgruppe der Lebensmittel in den Blick genommen und entsprechende Beratungsangebote umgesetzt. „Über das Projekt ‚Fair Wair Works‘ haben wir wertvolle Tipps und Beispiele zum Thema nachhaltige Beschaffung bekommen. Ein besonderer Glücksfall war die individuelle Hochschulbegleitung, die uns bei der Überarbeitung unserer Beschaffungsrichtlinie geholfen hat.“, reflektiert Fabian Sennekamp, Nachhaltigkeitsmanager der Zeppelin Universität Friedrichshafen, die Zusammenarbeit.

Auch auf struktureller Ebene leistete das Projekt wichtige Beiträge zur Orientierung im Markt nachhaltiger Textilien. „Für unsere Studie ‚Die Vereine im Ranking - so nachhaltig sind ihre Shops‘ haben wir gemeinsam mit dem Projekt eine Siegeleinschätzung vorgenommen. Die Expertise hat uns sehr dabei geholfen, einen Überblick der Textilstandards für die Vereine zu erstellen, an denen sie sich orientieren können.", so Lara Schröder, Referentin für Nachhaltigkeit bei der cum ratione gGmbH.

Der Schlüssel für den Erfolg von „Fair Wear Works“ lag nicht in abstrakten Konzepten, sondern im Zusammenspiel aus fachlichem Input, Austausch auf Augenhöhe und konkreten Praxisansätzen. Ob Workshops, Netzwerktreffen oder individuelle Beratungen – das Projekt zeigte, dass Veränderung dort entsteht, wo Menschen befähigt werden, ihre eigenen Handlungsspielräume zu nutzen.

Gleichzeitig wurde deutlich: Die öko-soziale Transformation bleibt herausfordernd. Steigende Kosten, begrenzte Ressourcen und komplexe Entscheidungsstrukturen erschweren vielerorts die Umsetzung. Umso wichtiger ist es, die angestoßenen Prozesse weiterzuführen.

Mit Blick auf das Projektende am 30. April 2026 rufen FEMNET e. V. und der Global Nature Fund dazu auf, nachhaltige Beschaffung konsequent weiterzudenken – als festen Bestandteil verantwortungsvollen Handelns in Organisationen, Institutionen und Unternehmen. Denn jede Beschaffungsentscheidung kann dazu beitragen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu stärken und Umweltbelastungen zu reduzieren.

Die im Projekt entwickelten Materialien und Erfahrungen stehen auch über das Projekt hinaus zur Verfügung – als Einladung, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen.

Die Projektpartner:

Der Global Nature Fund ist eine international tätige Stiftung für Umwelt und Naturschutz. Mit Projekten wie Fair Wear Works setzt sich der GNF für die Förderung nachhaltiger Wirtschaftsweisen und fairer Arbeitsbedingungen ein.

www.globalnature.org

FEMNET e.V ist eine Frauenrechtsorganisation, die sich seit über 15 Jahren mit politischem Engagement, Bildungs- und Beratungsarbeit sowie mit Projekten im Ausland für bessere Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie einsetzt.

www.femnet.de

Kontakt FEMNET e.V.
Jil Carmen Holtbernd
Projektleiterin Nachhaltige Beschaffung
E-Mail:  jil.holtbernd@femnet.de
Kaiser-Friedrich-Straße 11
53113 Bonn
 
Kontakt Global Nature Fund
Bettina Faust
Projektmanagement Fair Wear Works
E-Mail:  b.faust@globalnature.org
Telefon: +49 172 976 57 32
Global Nature Fund (GNF) - Office Bonn
Kaiser-Friedrich-Straße 11
53113 Bonn