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Gewalt gegen Einsatzkräfte nimmt zu: So sichern sie sich im Dienst richtig ab

Gewalt gegen Einsatzkräfte nimmt zu: So sichern sie sich im Dienst richtig ab
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Scharbeutz (ots)

Angriffe auf Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei erreichen seit Jahren neue Höchststände. Ob bei Verkehrsunfällen, Brandeinsätzen oder nächtlichen Ruhestörungen – immer häufiger werden Einsatzkräfte bedroht, beleidigt oder körperlich attackiert. Viele von ihnen berichten, dass vor allem Alkohol, Gruppendynamiken und fehlender Respekt die Lage eskalieren lassen. Für Helfer, die eigentlich schützen und retten wollen, wird der Dienst damit zunehmend zur Gefahr.

Die meisten wissen gar nicht, wie schnell eine scheinbar harmlose Situation kippen kann – und wie wichtig es ist, sich mental und taktisch auf solche Momente vorzubereiten. Dieser Beitrag zeigt, welche Verhaltensweisen Einsatzkräfte wirklich schützen, warum Deeskalation oft mehr bringt als körperliche Stärke – und welche Trainings heute unverzichtbar sind, um sicher wieder nach Hause zu kommen.

Wenn das Umfeld zur größten Gefahr wird

Das Verhalten von Menschen entwickelt sich im Einsatz zunehmend zu einem eigenständigen Risikofaktor. Verbalen Bedrohungen, gezielten Provokationen und körperlichen Übergriffen begegnen Einsatzkräfte heute deutlich öfter als noch vor wenigen Jahren. Zusätzlich behindern aggressive Angehörige oder Gaffer Einsätze und erhöhen den Druck vor Ort.

Auffällig ist vor allem, wie schnell Einsätze heute kippen. Die Hemmschwelle für aggressives Verhalten ist gesunken, während Respekt gegenüber Einsatzkräften zunehmend verloren geht. Emotionale Ausnahmesituationen schlagen dadurch häufiger in offene Aggression um. Alkohol, Drogen und Gruppendynamiken verschärfen diese Entwicklung zusätzlich. Gleichzeitig sorgen Smartphones und soziale Medien dafür, dass Einsätze öffentlich begleitet, kommentiert und weiter angeheizt werden.

In einigen Einsatzgebieten hat diese Entwicklung bereits konkrete Folgen. Zusätzliche Schutzausrüstung wird dort eingesetzt, weil Übergriffe keine Ausnahme mehr sind. Damit wird deutlich, dass Einsatzkräfte längst mit mehr als klassischen Unfall- und Gesundheitsgefahren konfrontiert sind. Körperliche Verletzungen, anhaltende psychische Belastungen und dienstliche Einschränkungen gehören für viele inzwischen zum Berufsalltag.

Eigenschutz beginnt vor der Eskalation

Eigenschutz beginnt lange bevor eine Situation außer Kontrolle gerät. Entscheidend ist, Stimmungen und Verhaltensänderungen früh wahrzunehmen und richtig einzuordnen. Wer Spannungen erkennt, kann Abstand schaffen, sich neu positionieren oder das Vorgehen im Team anpassen, bevor sich die Lage zuspitzt.

Eine ruhige und sachliche Kommunikation trägt dabei wesentlich zur Stabilisierung bei. Auseinandersetzungen mit alkoholisierten oder stark emotionalisierten Personen erhöhen hingegen das Risiko. Ebenso wichtig ist ein klares Zusammenspiel im Team, bei dem Rollen, Abstände und Rückzugsmöglichkeiten bekannt sind. Nicht jede Situation erfordert Durchsetzung, denn Rückzug ist häufig die sicherere und professionellere Entscheidung.

Deeskalation bedeutet dabei keine Schwäche. Sie steht für Erfahrung, Selbstkontrolle und einen klaren Fokus auf das eigentliche Ziel: den Einsatz sicher zu beenden und weitere Gefährdungen zu vermeiden.

Mentale Vorbereitung und Körpersprache

Mentale Vorbereitung ist heute ein zentraler Sicherheitsfaktor. Viele Eskalationen entstehen nicht aus Absicht, sondern aus Stress, Überforderung oder Missverständnissen. Körpersprache wirkt in solchen Momenten oft stärker als Worte. Hektische Bewegungen, verschränkte Arme, starrer Blickkontakt oder ein belehrender Ton können ungewollt provozieren.

Typische Fehler entstehen, wenn aggressive Personen konfrontiert statt distanziert werden, Warnsignale unbeachtet bleiben oder Einsatzkräfte allein handeln. Ebenso problematisch ist die Überschätzung der eigenen Belastbarkeit. Mentale Stabilität bedeutet daher auch, Grenzen zu erkennen und rechtzeitig Unterstützung einzubeziehen.

Training und Absicherung als Teil der Eigensicherung

Neben der fachlichen Ausbildung gewinnen zusätzliche Trainings zunehmend an Bedeutung. Deeskalations- und Kommunikationstrainings gehören ebenso dazu wie der Umgang mit Stress und psychisch belastenden Einsätzen. Auch Eigensicherungs- und Selbstschutztrainings sind wichtig, um Risiken früh zu erkennen und angemessen zu reagieren. Nachbesprechungen helfen darüber hinaus, belastende Einsätze einzuordnen und langfristig zu verarbeiten.

Eigensicherung hat nicht nur mit Verhalten oder Training zu tun. Auch die eigene Arbeitskraft gehört dazu, wird im Alltag aber oft ausgeblendet. Gerade in Einsatzberufen geht die Einsatzfähigkeit selten von heute auf morgen verloren. Häufig entstehen Einschränkungen schleichend und bleiben zunächst unvollständig. Viele Absicherungen berücksichtigen diese Realität kaum, weil sie nicht auf die Besonderheiten des Dienstes ausgelegt sind.

Schutzkleidung und taktisches Vorgehen allein reichen nicht aus. Entscheidend ist auch, wie Einsatzkräfte mit Belastungen umgehen, sich vorbereiten und ihre eigene Leistungsfähigkeit realistisch absichern. Erst dieses Zusammenspiel trägt dazu bei, Einsätze langfristig sicher zu bewältigen und gesund im Dienst zu bleiben.

Über Simon Schöffl

Simon Schöffl ist Gründer und Geschäftsführer von RetterFinanz. Er beschäftigt sich seit Jahren mit den finanziellen und absicherungsrelevanten Herausforderungen von Einsatzkräften aus Rettungsdienst, Feuerwehr und vergleichbaren Berufen. Sein Schwerpunkt liegt auf Arbeitskraftabsicherung, Altersvorsorge und strukturiertem Vermögensaufbau unter besonderen dienstlichen Bedingungen. Mehr Informationen unter: https://retterfinanz.de/

Pressekontakt:

Retterfinanz
Ansprechpartner: Merlin Stumpe
Sandkamp 9
23684 Scharbeutz
E-Mail: kontakt@retterfinanz.de
Webseite: https://retterfinanz.de/

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