Geierabend steuert auf Höhepunkt zu
Tickets für schunkelfreien Kult-Karneval auf Zeche Zollern in Dortmund - 7 Comedians, 4 Livemusiker, 3 Stunden Show
Dortmund (ots)
Ruhrgebiet. Der Karneval im Ruhrgebiet steuert auf seinen Höhepunkt zu. Manche "Ruhris" feiern sich langsam warm, andere planen ihr Rosenmontagsexil in Holland. Es geht auch anders. Das zeigt 2026 der Geierabend in Dortmund. Er begann einst als streng alternativer Karneval. Längst hat er sich im LWL-Museum Zeche Zollern zum größten saisonalen Comedy-Event im Ruhrgebiet entwickelt.
Selbstbewusst formulieren die Ruhrkomiker: "Wir machen Geierabend. Der Rest ist Karneval." Vergeblich sucht man hier Witze aus dem letzten Jahrhundert, dumme Zoten und schrille Karnevalslieder. Stattdessen schreiben Autoren der ersten Riege der TV-Satire. Es gibt es Rock, Pop und das Steigerlied zu hören und Akteure zu erleben, die ihr Handwerk an Schauspielschulen erlernt haben.
Für den Geierabend wird es nach den erfolgreichen Warm-Up-Wochen jetzt ernst. Am 11. Februar beginnt, was die Geier die "Wilde Woche" nennen. Am langen Karnevalswochenende, sieben Abende am Stück, bis Veilchendienstag, spielen sie mit Elan ihre dreistündige Show. Eine schunkelfreie Liveband begleitet die sieben Akteure. Es wird laut und wild, manchmal derbe, gerne spitz satirisch. Immer bleibt das Team aber seiner Art der Heimatliebe treu. Das Ganze atmet den "New Ruhrpott". Die Region jenseits von Kohle, Kumpels und komischer Grammatik steht im Mittelpunkt.
Auch werden die karnevalistischen Wurzeln nicht geleugnet. Aber da kann es vorkommen, dass der Präsident als Zeichen der Amtswürde eine rote Kinderstrumpfhose auf dem Kopf trägt. Der rostige Karnevalsorden wurde unter der Hand bei Hoesch zusammengedengelt, wiegt 28 Kilogramm und gilt als unannehmbar. Er weist satirisch auf Fehlleistungen im Ruhrgebiet hin.
Dieses Jahr sorgt er für einen Provinzskandal. Gegen die Nominierung einer Kandidatin verfasst ein Bürgermeister einen offenen Brief, man droht sogar Klagen an. Blöd nur, dass die Freizeitpolitikerin sich offenbar mit Stimmen der AfD hat wählen lassen.
Der Geierabend rettet aus dem alten Karneval seine anarchisch-schräge Art, Politiker und andere vermeintlich Mächtige hochzunehmen. Politische Satire findet man heute so im gesamten Ruhrgebiet nicht mehr.
"Bei aller Leichtigkeit, bei aller Verrücktheit, haben wir einen Kern", sagt Martin Kaysh, der standesgemäß als Steiger moderiert, "Ruhrpott heißt für uns bodenständige Offenheit, kein Rassismus, keine Frauenfeindlichkeit, heißt ohne Blick auf Stand und Herkunft zusammen zu feiern." Am Ende geht es immer um den großen Spaß auf Zeche.
Der Geierabend hat sich in den fünf Jahren seit Corona gefühlt um 15 Jahre verjüngt. Jüngere Spieler finden neue Themen, finden das Komische im aktuellen Leben des Publikums, wandeln musikalisch im Heute.
Es bleiben die Schmerzen des Humor-Strukturwandels. Das alte Publikum bleibt immer häufiger zuhause. Ein jüngeres wächst nur langsam nach. Die Botschaft: "Watt der BVB im Stadion, sind wir auf Zeche", hat das Zielpublikum noch nicht voll überzeugt. Noch gibt es also Tickets für die Wilde Woche vom 11. bis 17. Februar.
Geierabend 2026. Tickets für die restlichen Vorstellungen unter www.geierabend.de
Pressekontakt:
presse@geierabend.de
Martin Kaysh 01722846921
Foto: Tania Reinicke
Original-Content von: cross media caddys, übermittelt durch news aktuell