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PRO BAHN begrüßt Totalerneuerung des deutschen Schienennetzes

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PRO BAHN begrüßt Totalerneuerung des deutschen Schienennetzes

Fahrgastverband unterstützt Stilllegung des Restnetzes in vier Halbjahrespaketen ab 2037 – „Historische Chance für einen echten Neuanfang"

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die heute von der Deutschen Bahn angekündigte Entscheidung, im Anschluss an die bis 2036 laufenden Generalsanierungen der Hochleistungskorridore das gesamte übrige Schienennetz in vier aufeinanderfolgenden Paketen von jeweils sechs Monaten vollständig stillzulegen und grundlegend zu erneuern. Damit würde erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik eine flächendeckende Totalsanierung des Schienennetzes umgesetzt.

„Die Generalsanierungen der Hochleistungskorridore haben gezeigt, dass nur eine konsequente Vollsperrung mit gebündelter Bautätigkeit zu nachhaltigen Qualitätsverbesserungen führt", erklärt Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender von PRO BAHN. „Es ist nur logisch, dieses Erfolgsmodell nun auf das gesamte Netz auszuweiten. Halbe Sachen haben uns in den letzten Jahrzehnten in die heutige Misere geführt."

"Besonders positiv ist, dass die Koordination der Streckensanierungen bei den RegioNetzen liegen soll. Durch deren pragmatische Herangehensweise ist sichergestellt, dass die Maßnahmen pünktlich und in einer für die Fahrgäste guten Weise durchgeführt werden", freut sich Iffländer.

Das Konzept im Überblick

Nach Angaben der DB soll das Netz – abzüglich der bis dahin generalsanierten rund 4.000 Streckenkilometer auf den Hochleistungskorridoren – in vier regionale Pakete aufgeteilt werden:

  • Paket 1 (Januar–Juni 2037): Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern
  • Paket 2 (Juli–Dezember 2037): Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen
  • Paket 3 (Januar–Juni 2038): Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Würtemberg, Bayern
  • Paket 4 (Juli–Dezember 2038): Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen , Berlin, Brandenburg

Während der jeweiligen Sperrphasen soll der gesamte Schienenpersonenverkehr in der betroffenen Region durch einen „integrierten Schienenersatzverkehr mit Komfortbussen" ersetzt werden. Die DB kündigte an, hierzu eine strategische Partnerschaft mit allen deutschen Fernbusanbietern sowie dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer einzugehen. Der Verkehr auf den bereits generalsanierten Hochleistungskorridoren soll weiterlaufen.

Fahrgäste profitieren langfristig

PRO BAHN sieht in dem Vorhaben eine einmalige Gelegenheit, den Investitionsstau auch jenseits der Hochleistungskorridore auf einen Schlag zu beheben. „Unsere Mitglieder berichten uns seit Jahren von maroden Brücken, veralteten Stellwerken und unzuverlässigen Strecken abseits der großen Magistralen. Wenn die Alternative lautet, noch zwanzig weitere Jahre mit Langsamfahrstellen und Verspätungen zu leben, dann sind zwei Jahre konsequente Sanierung der bessere Weg", so Iffländer weiter.

Der Verband weist darauf hin, dass die Fahrgäste ohnehin bereits an umfangreiche Einschränkungen gewöhnt seien. „Der Unterschied zwischen dem aktuellen Zustand und einer Vollsperrung ist in manchen Regionen ohnehin nur noch graduell", ergänzt Iffländer.

Forderungen von PRO BAHN

Der Fahrgastverband knüpft seine Unterstützung an klare Bedingungen:

  1. Das Deutschlandticket muss während der gesamten Bauphase im Schienenersatzverkehr uneingeschränkt gelten – zu einem reduzierten Preis.
  2. Sämtliche Ersatzbusse müssen mit WLAN, Steckdosen, Snackverkauf und Fahrradmitnahme ausgestattet sein.
  3. Die DB muss eine verbindliche Pünktlichkeitsgarantie von 95 % für die Zeit nach der Sanierung abgeben.
  4. Nach der Sanierung sollen die zu erwarteten entstehenden Kapazitäten für jede Region geprüft werden und ggf für zusätzliches, aber verlässliches Angebot genutzt werden.
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