Beschäftigte bei Haupt Pharma in Münster stimmen für Arbeitskampf
Tarifkonflikt bei Haupt Pharma in Münster:
Beschäftigte stimmen für Arbeitskampf
Die Beschäftigten von Haupt Pharma in Münster haben in einer Urabstimmung mit einer Wahlbeteiligung von 86 Prozent und einer Zustimmung von 98 Prozent für den Eintritt in den Arbeitskampf gestimmt. Damit ziehen sie nach mehr als 14 Monaten ohne abschlussfähiges Angebot die Konsequenzen. Zwar hat der Arbeitgeber wiederholt Angebote vorgelegt, keines davon war jedoch geeignet, die berechtigten Erwartungen der Beschäftigten zu erfüllen. Statt Fortschritte zu erzielen, wurden immer wieder neue Themen aufgerufen. Gleichzeitig standen Forderungen im Raum, die für die Belegschaft spürbare Verschlechterungen bedeutet hätten. Dieses Vorgehen hat das Vertrauen der Beschäftigten nachhaltig beschädigt.
Umso unverständlicher ist es aus Sicht der Beschäftigten, dass bislang keine tragfähige Lösung erreicht wurde. Sie erwarten eine Verhandlungsführung, die Mitbestimmung und gewerkschaftliche Beteiligung ernst nimmt und auf Lösungen ausgerichtet ist. Die Beschäftigten fordern einen fairen Tarifabschluss, der ihre Leistung anerkennt, ihre Kaufkraft sichert und die Zukunft des Standorts stärkt. In den vergangenen Jahren haben sie hohe Flexibilität gezeigt und maßgeblich zum Unternehmenserfolg beigetragen. Jetzt erwarten sie, dass dieser Einsatz entsprechend gewürdigt wird. „Wir verhandeln seit über 14 Monaten – und jedes Mal, wenn wir einen Schritt weiterkommen, wird eine neue Baustelle aufgemacht“, erklärt Thomas Krug, Mitglied der Tarifkommission und Betriebsratsvorsitzender von Haupt Pharma Münster. „Wir lassen uns nicht länger mit Scheinangeboten und Forderungen nach Verzicht abspeisen. Wir wollen keinen Konflikt, aber wir wollen Respekt. Und wir wollen einen fairen Abschluss.“
„Die Geduld der Beschäftigten ist nachvollziehbarerweise am Ende“, sagt auch Christian Gronau, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IGBCE im Bezirk Nordwestfalen. „Wer über 14 Monate verhandelt, ohne ein abschlussfähiges Angebot vorzulegen, trägt Verantwortung für die Eskalation. Jetzt braucht es Bewegung am Verhandlungstisch und ein Angebot, das den Einsatz der Beschäftigten anerkennt und Perspektiven für den Standort schafft.“ Mit dem klaren Votum der Urabstimmung beginnt nun der Arbeitskampf. Die Beschäftigten von Haupt Pharma Münster sind entschlossen, für einen gerechten Tarifvertrag einzustehen.
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