IGBCE begrüßt Lösung für insolventes Chemieunternehmen Domo in Leuna: „Regionale Unternehmen, Landespolitik, Beschäftigte und Sozialpartner haben Lösung gebaut“
IGBCE begrüßt Lösung für insolventes Chemieunternehmen Domo in Leuna: „Regionale Unternehmen, Landespolitik, Beschäftigte und Sozialpartner haben Lösung gebaut“
Die IGBCE Nordost begrüßt die heute veröffentlichte Lösung zur Übernahme und Weiterbetrieb der Domo Caproleuna durch die neue Gesellschaft Leuna- Polyamid GmbH. Die Produktion am größten der drei Domo-Standorte ist damit gesichert und wird fortgeführt, tarifgebundene Arbeitsplätze werden gesichert. Nach Wochen der Verhandlungen und Investorengesprächen ist das eine wichtige Nachricht für die Beschäftigten und den Chemieverbund in Mitteldeutschland.
Die Infrastrukturgesellschaft InfraLeuna und das auf dem Gelände des Chemieparks ansässige Unternehmen Leuna-Harze haben die neue Gesellschaft Leuna-Polyamid GmbH gegründet und die Immobilie in Leuna sowie 436 Beschäftigte der Domo übernommen. Die neue Gesellschaft bekennt sich zu den Tarifverträgen in der chemischen Industrie und wird Mitglied im Arbeitgeberverband.
„Die vergangenen Wochen waren für uns ein Albtraum und von maximaler Unsicherheit geprägt“, sagt Alexander Busch, Betriebsratsvorsitzender der Domo Caproleuna. „Ab heute haben wir wieder eine echte Perspektive für uns und unsere Familien in der Region.“
Das belgische Chemieunternehmen Domo Chemicals hatte im Januar verkündet, den Betrieb an seinen drei deutschen Standorten einzustellen, nachdem im Januar die Verhandlungen mit den Gläubigern um ein kurzfristiges sogenanntes Massedarlehen gescheitert waren. In der Folge verordnete das Land Sachsen-Anhalt aus Gründen der Gefahrenabwehr die Ersatzvornahme. Die Produktion in Leuna wurde auf Minimalbetrieb fortgeführt, Beschäftigung an den Standorten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.
„Die belgischen Eigentümer der Domo haben sich nach Jahren des Missmanagements aus dem Staub gemacht und Trümmer hinterlassen“, sagt Norman Friske, IGBCE-Bezirksleiter Sachsen-Anhalt. „Vor diesem Hintergrund bedeutet die heutige Nachricht über die Übernahme der Domo Caproleuna durch die Leuna-Polyamid GmbH wichtige Klarheit. Sie verschafft nicht nur den Beschäftigten Zukunft in unserer Region, sondern sorgt auch dafür, dass industrielle Wertschöpfung in der Region bleibt.“
Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin der IGBCE Nordost, dankt der Landesregierung in Sachsen-Anhalt, dass sie durch die Ersatzvornahme Zeit geschaffen hatte, eine Lösung für die Domo zu finden. „Das Beispiel Domo und deren Überführung in die Leuna Polyamid zeigen auch, was möglich ist, wenn regionale Partner der lokalen Wirtschaft, der Landespolitik, der Sozialpartner IGBCE und Nordostchemie sowie Betriebsrat und IGBCE-Mitglieder in die gleiche Richtung rudern und gemeinsam Verantwortung übernehmen“, so Albrecht-Suliak. „Sie alle haben den Standort und die Menschen niemals aufgegeben, haben für die Aufrechterhaltung der Produktion und die Sicherung der guten, mitbestimmten und tarifgebundenen Arbeitsplätze gekämpft. Dafür gilt allen Beteiligten meine ausdrückliche Anerkennung und mein Dank.“
Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Übernahme macht eine Restrukturierung erforderlich. Das bedeutet, dass in der neuen Gesellschaft 67 Arbeitsplätze wegfallen, 39 Kolleginnen und Kollegen verlieren aus betriebsbedingten Kündigungen ihren Job. Dabei haben der Betriebsrat und die IGBCE in den Verhandlungen um einen Interessenausgleich eine deutliche Reduzierung der wegfallenden Arbeitsplätze erreicht. Zudem verlieren auch alle 27 Kolleginnen und Kollegen, die bei der Domo Chemicals GmbH beschäftigt sind, ihren Arbeitsplatz. Für die von Kündigung betroffenen Kolleginnen und Kollegen sollen nun mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit Brücken in neue Beschäftigung gebaut werden.
Auch noch ungewiss ist die Zukunft der rund 80 Beschäftigten bei der Domo Engineering Plastics GmbH in Premnitz/Brandenburg. Gespräche mit möglichen Investoren dauern an.
„Unsere Mitglieder können sich weiterhin auf das Engagement und die Unterstützung der IGBCE verlassen“, so Albrecht-Suliak. „Die Chemiegewerkschaft wird auch in den nächsten Wochen und Monaten alles unternehmen, um Beschäftigung an den ostdeutschen Standorten zu sichern und Zukunft in den Regionen zu bauen. Das Commitment der Leuna Polyamid GmbH zur Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband und den Tarifverträgen in der Fläche Chemie ist auch darum ein ganz wichtiges Signal und schafft Sicherheit.“
Für Rückfragen:
Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin IGBCE Landesbezirk Nordost, +49 171 56 84 423, Stephanie.Albrecht-Suliak@igbce.de
Norman Friske, Leiter IGBCE Bezirk Sachsen-Anhalt, +49 173 60 80 637, Norman.Friske@igbce.de
Industriegewerkschaft IGBCE Verantwortlich: Stephanie Albrecht-Suliak Landesbezirksleiterin Nordost Inselstraße 6, 10179 Berlin Telefon: +49 30 27 87 13-0 Telefax: +49 30 27 87 13-44 E-Mail: lb.nordost@igbce.de Internet: nordost.igbce.de Über uns: Der Landesbezirk Nordost umfasst die fünf Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die IGBCE ist hier zuständig für rund 150.000 Beschäftigte in mehr als 760 erfassten Betrieben.
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hat im Landesbezirk Nordost rund 80.000 Mitglieder.