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IGBCE Nordost

Industriegewerkschaft IGBCE Nordost warnt vor Ausbluten der Industrie in Ostdeutschland

Industriegewerkschaft IGBCE Nordost warnt vor Ausbluten der Industrie in Ostdeutschland +++ „Bundeswirtschaftsministerin Reiche muss jetzt handeln“ +++ Menschen erwarten Sicherheit und Perspektiven – Regionalpolitische Tagung des BMWE bietet Chancen – „Ministerin sollte nicht nur mit den Unternehmen reden, sondern auch mit den Beschäftigten“

Anlässlich des Besuchs von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche am heutigen Montag, 2. März 2026, in Halle macht die Gewerkschaft IGBCE auf die dramatische Lage der Industrie in Mittel- und Ostdeutschland aufmerksam. Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin der IGBCE Nordost, warnte vor den Folgen weiterer industriepolitischen Untätigkeit für die Region: „Wenn Politik und Unternehmen nicht umgehend handeln, droht der Industrie in Mitteldeutschland ein Ausbluten. Wir brauchen entschiedenes Handeln, und zwar jetzt. Es geht um Tage oder Wochen, nicht mehr um Monate. Es ist längst nicht mehr fünf vor zwölf, auch nicht fünf nach zwölf, sondern Viertel nach zwölf.“

Die Gewerkschafterin verweist auf nötige Entscheidungen in der Energiepolitik, insbesondere auf die Reform der CO2-Bepreisung, die in etlichen Unternehmen der Region dringend erwartet wird und bei denen es „um das pure Überleben dieser Betriebe geht – und damit um die Zukunft von industrieller Wertschöpfung, guter Beschäftigung und den sozialen Zusammenhalt ganzer Regionen.“ Zudem fordert die Gewerkschafterin weitere Lösungen für die Anlagen der Dow in Böhlen und Schkopau und für das Unternehmen Domo in Leuna, um einen Dominoeffekt im Chemiedreieck zu verhindern. „Die Transformation der Chemie in Mitteldeutschland braucht eine Chance und darf nicht Verliererin der Überkapazitäten im Markt werden.“

Neben der Politik nimmt Albrecht-Suliak erneut auch die Unternehmen in die Pflicht. Die Ankündigung des US-Chemiekonzerns Dow, seine Anlagen in Böhlen und Schkopau zu schließen und alternative Entwicklung zu verhindern, „bleibt schlicht inakzeptabel. Dow hat hier in Mitteldeutschland jahrzehntelang gutes Geld verdient. Das Unternehmen muss Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit Partnern in der Region jetzt Lösungen bauen.“

Die Zeit drängt, sagt die Gewerkschafterin. „Wir brauchen jetzt beherztes Handeln und schnelle und klare Entscheidungen“, betont Albrecht-Suliak. „Hier sind Land, Bund und Unternehmen gefragt. Auch die Bundesregierung muss ihrer Verantwortung für den Industriestandort Mitteldeutschland endlich mit vollem Fokus nachkommen.“ Die Beschäftigten in den Betrieben des Chemieclusters Mitteldeutschland und im Mitteldeutschen Revier und deren Familien „brauchen Sicherheit und Perspektiven, und zwar jetzt.“

Albrecht-Suliak begrüßte, dass das Bundeswirtschaftsministerium mit der Regionalpolitischen Tagung des BMWE eine Möglichkeit zum Austausch schaffe. Neben Ministerin Katherina Reiche wird dort auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze mit Vertretern aus Industrie, Verwaltung, Wissenschaft und der IGBCE diskutieren. „Die Regionalpolitische Tagung ist wichtig, sie bietet die Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf die Probleme der industriepolitischen Landschaft in Mitteldeutschland zu lenken“, betont Albrecht-Suliak. „Aber es darf nicht bei wohlfeilen Versprechungen und dem Austausch von Standpunkten bleiben – wir brauchen konkretes Handeln.“

Es sei gut, wenn sich die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche im Wahljahr 2026 den Problemen Mitteldeutschland widme, erklärt die Gewerkschafterin, übt aber zugleich Kritik an der Bundesregierung. „Ministerin Reiche ebenso wie Bundeskanzler Friedrich Merz sollten nicht immer nur mit der Kapitalseite reden und Netzwerkabende von Unternehmern und Kammern besuchen, sondern zur Abwechslung mal das Gespräch mit den Beschäftigten suchen“, sagt Albrecht-Suliak. „Wir sind die Vielen.“

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Industriegewerkschaft IGBCE
Verantwortlich: Stephanie Albrecht-Suliak
Landesbezirksleiterin Nordost
Inselstraße 6, 10179 Berlin
Telefon: +49 30 27 87 13-0
Telefax: +49 30 27 87 13-44
E-Mail:  lb.nordost@igbce.de
Internet: nordost.igbce.de
 
Über uns:
Die IGBCE im Landesbezirk Nordost vertritt rund 80.000 Mitglieder und 150 000 Beschäftigte in einigen der Kernbranchen, etwa der Chemieindustrie, der Mineralölwirtschaft, dem Bergbau, der Papier und Glasindustrie, in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
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