Vierte Insolvenz in fünf Jahren - 277 Bayrak-Beschäftigte vor ungewisser Zukunft
Vierte Insolvenz in fünf Jahren
277 Bayrak-Beschäftigte vor ungewisser Zukunft
Zum vierten Mal in fünf Jahren hat die Firma Bayrak in Rehburg-Loccum Insolvenz beantragt – und dass bei zwei Eigentümerwechseln. Ausschlaggebend war diesmal eine zunächst zugesagte und wieder zurückgezogene Zwischenfinanzierung eines großen niedersächsischen Autoherstellers. „Im Wesentlichen liegen der aktuellen Situation allerdings Managementfehler zu Grunde,“ so der zuständige Gewerkschaftssekretär der IGBCE, Julian Grabes. Eine vorangegangene Umstrukturierung, in Form einer Zusammenlegung der Produktion von bisher vier auf zwei Betriebsstätten, wurde gegen die Ratschläge und Warnungen des Betriebsrats angegangen. „Es ist unverständlich, dass das Management die gut begründeten Hinweise der Praktiker aus dem Betriebsrat nicht hinreichend berücksichtigt hat“, so Grabes. „Das Ergebnis ist nun die erneute Insolvenz.“ Ansonsten verfügt das Unternehmen über eine gute Auftragslage und ist weitgehend ausgelastet. Da der Arbeitgeber zwar im Arbeitgeberverband organisiert ist, aber keine Tarifbindung hat, stehen tarifliche Lösungen zur Bewältigung der aktuellen Lage nicht zur Verfügung.
„Trotz Eigentümerwechsel haben die Maßnahmen in der letzten Insolvenz nicht zu der angestrebten Stabilisierung des Standortes und zur nachhaltigen Sicherung der Arbeitsplätze in Rehburg-Loccum geführt“, so der Betriebsratsvorsitzende Holger Grau. „Die Verlagerung der Produktion wurde zu sportlich geplant und mit zu geringen finanziellen Mitteln angegangen. Aber wir sind dennoch optimistisch, denn wir wissen, dass wir gute und gefragte Produkte entwickeln und herstellen“.
Grabes fordert nun eine maximale Transparenz im Verfahren und die Sicherstellung der Gehaltszahlungen für die kommenden Monate. Darüber hinaus rät er dem Insolvenzverwalter sich die Betriebsabläufe intensiv anzuschauen, am besten gemeinsam mit dem Betriebsrat. „Hier schlummert noch ein großes und günstiges Optimierungspotenzial, mit dem die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und die Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden könnten“.
Neben dem Standort in Rehburg-Loccum sind auch 140 Beschäftigte in Gedern (Hessen) von der Insolvenz betroffen.
Rückfragen bitte an: Julian Grabes, +4916091104972
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