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Für den Tamarin Prover: Levchin Prize for Real-World Cryptography für CISPA-Forscher Cas Cremers

Für den Tamarin Prover: Levchin Prize for Real-World Cryptography für CISPA-Forscher Cas Cremers
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Für den Tamarin Prover:

Levchin Prize for Real-World Cryptography für CISPA-Forscher Cas Cremers

CISPA-Faculty Prof. Dr. Cas Cremers ist mit dem Levchin Prize for Real-World Cryptography ausgezeichnet worden. Cremers erhält diesen Preis gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr. David Basin (ETH Zürich), Prof. Dr. Jannik Dreier (Université de Lorraine/Loria) und Dr. Ralf Sasse (ETH Zürich) für ihre kontinuierliche Arbeit am Tamarin Prover, einem open-source Analyse-Tool für kryptographische Protokolle. Die Auszeichnung ist heute im Rahmen des Real World Cryptography Symposiums in Taipei, Taiwan, verliehen worden, wo Cremers ebenfalls einen Keynote-Vortrag über den Tamarin Prover gehalten hat.

Ein größeres Projektteam veröffentlichte die erste Version des Tamarin Prover im Jahr 2012. Seitdem wird das Tool aktiv weiterentwickelt und regelmäßig aktualisiert. Der Tamarin Prover hat sich zu einem der führenden Open-Source-Tools für die Analyse kryptografischer Protokolle entwickelt und wird sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie eingesetzt. Er wurde beispielsweise für die Entwicklung des PQ3-Protokolls von Apple iMessage verwendet. 2015 trug der Tamarin Prover maßgeblich dazu bei, eine Sicherheitslücke in einem Entwurf für TLS 1.3 zu entdecken und zu schließen. TLS 1.3 ist das kryptografische Protokoll, das allen sicheren Internetverbindungen über HTTPS zugrunde liegt.

Der Levchin Prize for Real-World Cryptography ist eine der renommiertesten internationalen Auszeichnungen in der Kryptographie. Seit 2016 ehrt er "wichtige Innovationen in der Kryptografie, die einen erheblichen Einfluss auf die Praxis der Kryptografie und ihren Einsatz in realen Systemen haben" (https://rwc.iacr.org/LevchinPrize/). Jedes Jahr werden zwei Preise verliehen, die jeweils eine von Ryan Rivas entworfene Trophäe sowie ein Preisgeld in Höhe von 10.000 US-Dollar umfassen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Adi Shamir im Jahr 2025 und das Tor-Projekt im Jahr 2021.

Professor Dr. Cas Cremers ist leitender Wissenschaftler am CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit und Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. In seiner Forschung konzentriert er sich unter anderem auf Sicherheitsprotokolle und Automated Verification. Cremers hat das Scyther Tool sowie den Tamarin Prover für die Analyse von Sicherheitsprotokollen mit entwickelt. Seine Arbeit umfasst beweisbare Grundlagen für Secure Messaging, wie etwa die ersten Beweise für das Protokoll von Signal. Cremers hat zur Entwicklung von TLS 1.3 und MLS der IETF beigetragen. Er war ein Mitglied des DP3T-Teams, dessen Privatsphäre-schonenden Protokolle die Grundlage für den GAEN-Framework legten, der in der Corona-Kontaktpersonennachverfolgung verwendet wurde.

Über seine Auszeichnung mit dem Levchin Prize for Real-World Cryptography sagt Cremers: “Ich bin sehr stolz darauf, den Levchin Prize gemeinsam mit meinen drei langjährigen Kollegen für unsere Arbeit am Tamarin Prover zu erhalten. Wir nehmen diese außergewöhnliche Auszeichnung heute stellvertretend für ein größeres Projektteam entgegen. Mitgearbeitet haben etwa Simon Meier und Benedikt Schmidt, die maßgeblich daran beteiligt waren, die Grundlage für die erste Version im Jahr 2012 zu legen, und Robert Künnemann, der die SAPIC-Extension vorangetrieben hat. Als wir mit der Arbeit am Tamarin Prover anfingen, haben wir uns nicht vorstellen können, dass er zu einem Tool heranwachsen würde, das heute in der Branche weit verbreitet ist. Ich glaube, dass er dazu beigetragen hat, viele digitale Verbindungen und Anwendungen sicherer und privater zu machen. Es ist eine großartige Ehre, den Levchin Prize zu erhalten, und ich bin wirklich dankbar.”

Über die Preisträger:

David Basin ist ordentlicher Professor für Informatik an der ETH Zürich. Er ist Editor-in-Chief der Reihe „Information Security and Cryptography“ des Springer Verlags. Von 2015–2020 war er Editor-in-Chief der ACM Transactions on Privacy and Security. Basin ist ACM Fellow sowie IEEE Fellow.

Cas Cremers ist leitender Wissenschaftler am CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit und Honorarprofessor an der Universität des Saarlandes. Zuvor war er Professor of Information Security an der University of Oxford. Er hat zu den TLS- und MLS-Standards der IETF beigetragen.

Jannik Dreier ist Associate Professor im LORIA Lab der Université de Lorraine, wo er den Fachbereich für formale Methoden leitet. Er ist außerdem Co-Chair der Arbeitsgruppe für formale Sicherheitsmethoden des CNRS-Forschungsnetzwerks für IT-Sicherheit.

Ralf Sasse ist leitender Wissenschaftler und Dozent am Departement Informatik an der ETH Zürich. Seine jüngste Arbeit beschäftigt sich mit EMV-Zahlungssicherheit unter der Verwendung von Tamarin sowie mit theoretischen Fortschritten im Tooling für die Analyse von Sicherheitsprotokollen.

Weitere Informationen:

Cremers, Basin, Dreier und Sasse haben außerdem ein Buch mit dem Titel Modeling and Analyzing Security Protocols with Tamarin: A Comprehensive Guide über den Tamarin Prover verfasst, das 2025 bei Springer Nature erschienen ist: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-031-90936-8

Über das CISPA

Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit ist eine nationale Großforschungseinrichtung innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft. Es erforscht die Informationssicherheit in all ihren Facetten, um die drängenden, großen Herausforderungen der Cybersicherheit und vertrauenswürdigen künstlichen Intelligenz umfassend und ganzheitlich anzugehen, mit denen unsere Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung konfrontiert wird. Das CISPA hat eine weltweite Führungsposition im Bereich der Cybersicherheit inne, indem es hochmoderne, oft disruptive Grundlagenforschung mit innovativer anwendungsorientierter Forschung, entsprechendem Technologietransfer und gesellschaftlichem Diskurs kombiniert. Thematisch zielt es darauf ab, das gesamte Spektrum von Theorie bis zu empirischer Forschung abzudecken. Es wird international weithin als Kaderschmiede für die nächste Generation an Cybersicherheitsexpert:innen und wissenschaftlichen Führungskräften in diesem Bereich angesehen.

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Sebastian Klöckner | Corporate Communications
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