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Technische Universität München

Gezieltes Schütteln stabilisiert exotische Quantenzustände

TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN

PRESSEMITTEILUNG

Wegweisende Forschungsergebnisse zur Quantensimulation

Gezieltes Schütteln stabilisiert exotische Quantenzustände

  • Fortschritt in der Quantenforschung
  • Unerwünschte Erwärmung von Quantencomputern wird gebremst
  • Experiment in China bestätigt Vorhersage von TUM-Forschenden

Exotische Quantenzustände sind extrem begehrt, da sie Informationen grundlegend anders speichern und verarbeiten als klassische Systeme. Zu ihrer Erzeugung werden Quantensysteme oft periodisch „geschüttelt“. Dabei nehmen sie jedoch meist Energie auf, erhitzen sich und verlieren ihre Struktur – ein großes Hindernis für Quantensimulation und Quantencomputer. Nun ist es internationalen Forschenden gelungen, dieses Aufheizen zu verhindern und stabile, langlebige exotische Zustände zu schaffen.

In einer neuen Studie im Magazin Nature zeigen die Forschenden, dass die unerwünschte Erwärmung durch zufälliges Schütteln eines supraleitenden Quantencomputers mit 78 Qubits drastisch verlangsamt werden kann. Statt die Energie durch völlig unstrukturiertes Schütteln hinzuzufügen, verwenden sie sorgfältig entworfene Muster zufälliger Impulse, die sich im Laufe der Zeit teilweise gegenseitig aufheben.

Durch die direkte Messung der Quantenverschränkung im Prozessor konnte das Team die Entwicklung des Systems über mehr als tausend Zyklen hinweg verfolgen – das geht weit über das hinaus, was heutige klassische Computer simulieren könnten. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst Zufälligkeit, wenn sie sorgfältig konstruiert wird, zur Steuerung komplexer Quantensysteme und zur Erforschung neuer Zustände der Materie genutzt werden kann.

Die quantentheoretischen Vorhersagen der nun nachgewiesenen exotischen Systeme wurden während eines Forschungsaufenthalts des damaligen Promotionsstudierenden Hongzheng Zhao an der TUM School of Natural Sciences bei Prof. Johannes Knolle an dessen Professur für Theorie der Quantenmaterie entwickelt. Inzwischen ist Hongzheng Zhao selbst Professor an der Peking Universität.

Der experimentelle Nachweis gelang nun einem Team unter Prof. Heng Fan an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften auf einem hochmodernen „Chuang-tzu 2.0“-Quantenchip mit 78 Quantenteilchen (Qubits). An der Forschungsarbeit waren zudem das Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme Dresden und das Imperial College London beteiligt.

Publikationen:

  • Zheng-He Liu et al.: “Prethermalization by Random Multipolar Driving on a 78-Qubit Superconducting Processor”, veröffentlicht in Nature, 5 February 2026, DOI: 10.1038/s41586-025-09977-x
  • Hongzheng Zhao, Florian Mintert, Roderich Moessner, and Johannes Knolle: “Random multipolar driving: tunably slow heating through spectral engineering”, veröffentlicht in Phys. Rev. Lett. 126, 040601 (2021), DOI: 10.1103/physrevlett.126.040601

Weitere Informationen:

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:

Prof. Dr. Johannes Knolle

Technische Universität München

Professur für Theorie der Quantenmaterie und Nanophysik

TUM School of Natural Sciences

j.knolle@tum.de

Kontakt im TUM Corporate Communications Center:

Ulrich Meyer

Pressesprecher

+49 89 289 22779

ulrich.meyer@tum.de

www.tum.de

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 700 Professuren, 53.000 Studierenden und 12.000 Mitarbeitenden eine der weltweit stärksten Universitäten in Forschung, Lehre und Innovation. Ihr Fächerspektrum umfasst Informatik, Ingenieur-, Natur- und Lebenswissenschaften, Medizin, Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sie handelt als unternehmerische Universität und sieht sich als Tauschplatz des Wissens, offen für die Gesellschaft. An der TUM werden jährlich mehr als 70 Start-ups gegründet, im Hightech-Ökosystem München ist sie eine zentrale Akteurin. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Büros in Brüssel, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinderinnen und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006, 2012 und 2019 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings wird sie regelmäßig als beste Universität in der Europäischen Union genannt.

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