Technische Universität München
TUM unterstützt Innovationscampus für Zirkuläre Bioökonomie in Ursberg
TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN
PRESSEMITTEILUNG
Nachhaltigkeitsprojekt gemeinsam mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk
TUM unterstützt Innovationscampus für Zirkuläre Bioökonomie
- Nachhaltigkeitsforschung an historischem Klosterstandort
- Direkte Kooperation mit Menschen mit Assistenzbedarf
- Aus den Universitätslaboren in die konkrete Nutzung
Um die regionale Energie- und Ressourcensicherheit zu stärken, kooperiert die Technische Universität München (TUM) mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW). Im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Living Lab Circular Bioeconomy“ entsteht am Hauptsitz der kirchlichen Stiftung in Ursberg, einem historisch bedeutenden Klosterort, ein Innovationscampus. Dort leben rund 1.000 Menschen mit Assistenzbedarf.
Von der TUM School of Natural Sciences sind Prof. Tom Nilges, Prof. (em.) Johannes Lercher und Prof. Jennifer Strunk an dem Projekt beteiligt. Die Forschenden bündeln ihre Expertise in den Bereichen innovative Materialchemie für Batterien und Wasserstoffspeicherung (Nilges), elektrifizierte Reaktoren und Katalyse zur Wasserstofferzeugung (Lercher) sowie chemische Wasserstoffspeicherung und CO₂-Umwandlung (Strunk). Gemeinsam werden sie das Potenzial zirkulärer Wasserstofftechnologien und elektrischer Energiespeicherung am Standort Ursberg analysieren. Der Einsatz von Elektrolyseuren, Batteriesystemen und Strategien zur stofflichen Verwertung von Abfällen soll zur energetischen Eigenversorgung und zur Reduktion von Emissionen beitragen.
„Zukunft entsteht im Alltag“
„Wir wollen zeigen, dass die Zukunft nicht in Hochglanzbroschüren entsteht, sondern im Alltag – zwischen Werkstatt, Feld und Labor“, erklärt der Projektkoordinator Prof. Tom Nilges. Seine Kollegin Prof. Jennifer Strunk ergänzt: „Dieses Projekt bietet die Chance, die Technologien, an denen wir in unseren Laboren arbeiten, konkret zum Nutzen anzuwenden.“
„Wir denken aber explizit auch an die umliegenden Orte und Gemeinden und stellen uns die Frage, ob und wie man diese an der künftigen Energieversorgung beteiligen kann“, sagt der stellvertretende DRW-Vorstandsvorsitzende Michael Winter.
Eine Stadt im Miniaturformat
In Ursberg gibt es auf dem Campus des DRW Wohneinrichtungen, ambulante Wohnformen, Werk- und Förderstätten, Handwerksbetriebe, Arztpraxen samt Klinik und weitere Angebote. Die Sozialeinrichtung bietet somit eine Infrastruktur vergleichbar einer Stadt im Miniaturformat, inklusive eigener Wasserversorgung und Feuerwehr.
Damit können die Forschungsergebnisse modellhaft auf andere Kommunen, Betriebe oder Einrichtungen übertragen werden.
Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) soll das Living Lab zeigen, wie eine klimafreundliche, bezahlbare und unabhängige Energieversorgung praktisch umgesetzt werden kann – insbesondere in Einrichtungen mit sozialer Verantwortung.
Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele:
- Ersatz von fossilem Erdgas durch erneuerbare Alternativen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit.
- Reduktion von Emissionen durch Umwandlung CO₂-intensiver Abfälle in nutzbare Energie und wertvolle Materialien.
- Entwicklung übertragbarer Modelle für Kommunen, soziale Träger sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Die Initiative wird Teil des Reallabore-Innovationsportals des Ministeriums sein und verdeutlichen, wie zirkuläre Energiesysteme bereits heute umgesetzt werden können – nicht nur als technologische Lösung, sondern als wesentlicher Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge.
Weitere Informationen:
- Professur für Synthese und Charakterisierung innovativer Materialien
- Ehemaliger Lehrstuhl für Technische Chemie II
- Professur für Industrielle Chemie und Heterogene Katalyse
- Projekt-Webseite “TUM goes DRW“
- Das Projekt “TUM goes DRW“ – Energieversorgung der Zukunft im Dominikus-Ringeisen-Werk wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.
Zusatzinformationen für Redaktionen:
Foto zum Download:
Luftbild des Dominikus-Ringeisen-Werks in Ursberg
Credit: Dominikus-Ringeisen-Werk
Wissenschaftlicher Kontakt:
Technische Universität München
TUM School of Natural Sciences
Department Chemie
Lehrstuhl für Synthese und Charakterisierung innovativer Materialien
+49 89 289 13110
Kontakt im TUM Corporate Communications Center:
Ulrich Meyer
Pressesprecher
+49 89 289 22779
Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 700 Professuren, 53.000 Studierenden und 12.000 Mitarbeitenden eine der weltweit stärksten Universitäten in Forschung, Lehre und Innovation. Ihr Fächerspektrum umfasst Informatik, Ingenieur-, Natur- und Lebenswissenschaften, Medizin, Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sie handelt als unternehmerische Universität und sieht sich als Tauschplatz des Wissens, offen für die Gesellschaft. An der TUM werden jährlich mehr als 70 Start-ups gegründet, im Hightech-Ökosystem München ist sie eine zentrale Akteurin. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Büros in Brüssel, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinderinnen und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006, 2012 und 2019 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings wird sie regelmäßig als beste Universität in der Europäischen Union genannt.