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OWF Ostdeutsches Wirtschaftsforum

PM: Civey-Studie: Vertrauenskrise bremst Investitionen

Pressemitteilung

Vertrauenskrise bremst Investitionen – ostdeutsche Wirtschaft sieht Chancen, aber zweifelt an der Politik

Berlin, 28. Mai 2026 – Wenn sich Ende Mai führende Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF) in Bad Saarow treffen, geht es um die wirtschaftliche Zukunft einer ganzen Region. Zu den hochkarätigen Gästen zählen Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Digitalminister Dr. Karsten Wildberger, die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser, die Ministerpräsidenten Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Dietmar Woidke (Brandenburg), sowie die gesamte Riege der ostdeutschen Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsminister.

Anlässlich der Konferenz haben die Standortinitiative Deutschland – Land der Ideen und die Deutsche Kreditbank AG (DKB) erneut die wirtschaftliche Lage ostdeutscher Unternehmen erhoben. Das vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey erstellte OWF-Transformationsbarometer zeigt ein klares Bild: Das Vertrauen in die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen schwindet, das Investitionsklima ist getrübt – gleichzeitig sehen viele Entscheider:innen großes Potenzial für die Region. Die Diskrepanz zwischen Chancen und Vertrauen wird damit zum zentralen Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Stimmung kippt – Wachstumspotenzial bleibt hoch

Rund die Hälfte der 1.500 befragten privatwirtschaftlichen Entscheider:innen beurteilt die aktuelle Lage negativ, nur noch etwa ein Viertel positiv – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren. Gleichzeitig sehen knapp 60 Prozent weiterhin ein großes wirtschaftliches Potenzial für den Standort Ostdeutschland. OWF-Direktorin Juliane Nandra bringt es auf den Punkt: „Das Potenzial für Wachstum ist da – aber die Stimmung passt nicht dazu. Viele Unternehmen zweifeln daran, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen verlässlich bleiben. Genau hier setzt das OWF an: Wir bringen Politik und Wirtschaft in den direkten Dialog, um Vertrauen zurückzugewinnen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.”

Investitionen bleiben aus – trotz guter Standortfaktoren

Ostdeutschland punktet weiterhin mit verfügbaren Flächen, guter Infrastruktur, Nähe zu Forschungseinrichtungen und einer soliden Fachkräftebasis. Dennoch plant ein Viertel der Wirtschaftsentscheider:innen in den kommenden drei Jahren keine Investitionen, ein weiteres Viertel will lediglich auf aktuellem Niveau investieren. 

Boombranchen treffen auf alte Probleme

Die größten Wachstumschancen sehen die Befragten in erneuerbaren Energien, der Halbleiterindustrie und der Verteidigungswirtschaft. Die zentralen Belastungen bleiben jedoch unverändert hoch: hohe Steuer- und Abgabenlast (36 %), steigende Energiepreise (35 %) sowie weitere Kostensteigerungen durch Inflation (32 %). Die Forderungen an die Politik sind entsprechend klar: Regulierung reduzieren, Energiekosten senken und steuerliche Entlastung schaffen.

Politische Maßnahmen kommen nicht an – Transformationsdruck steigt

53 Prozent der Befragten spüren keine positiven Effekte aktueller wirtschaftspolitischer Maßnahmen im eigenen Betrieb, 28 Prozent sehen für ihr Unternehmen überhaupt keine relevante Weichenstellung seit Jahresbeginn 2026. Parallel wächst der Transformationsdruck – insbesondere durch Künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit und neue digitale Geschäftsmodelle.

Tilo Hacke, Vorstandsmitglied der DKB, macht deutlich, wo das Problem liegt: „Die Unternehmen warten nicht auf Förderprogramme – sie warten auf Orientierung. Solange klare wirtschaftspolitische Leitplanken fehlen, werden Investitionen zurückgestellt. Das ist ein Risiko für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen. Es braucht ein klares Narrativ, wie wir den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland und darüber hinaus nach vorne bringen. Die Politik muss jetzt liefern – mit klaren Prioritäten, verlässlichen Rahmenbedingungen und einer verständlichen Gesamtstrategie. Sonst droht ein dauerhafter Investitionsstau.“

Einen Blick auf die Trends der in diesem Jahr zum fünften Mal durchgeführten Erhebung wirft Janina Mütze, Gründerin und Geschäftsführerin von Civey: „Durch das über mehrere Jahre vergleichbare Studiendesign wird eine konstante Diskrepanz sichtbar: Während die strukturellen Standortfaktoren Ostdeutschlands überwiegend positiv bewertet werden, bleibt die wirtschaftliche Stimmungslage angespannt. Bemerkenswert ist zudem, dass viele Unternehmen ihre eigenen wirtschaftlichen Perspektiven häufig stabiler einschätzen als die gesamtwirtschaftliche. Das deutet darauf hin, dass grundsätzliches Vertrauen in den Standort vorhanden ist und wieder gestärkt werden kann.“

Die gesamte Studie finden Sie hier:

Dashboard OWF - Transformationsbarometer '26

Ausblick: OWF 2026

Unter dem Leitmotiv „Eine neue (Un)Ordnung“ diskutieren vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 in Bad Saarow führende Köpfe aus Politik und Wirtschaft die Rolle Ostdeutschlands im globalen Wettbewerb.

Die Ergebnisse des Transformationsbarometers werden am 1. Juni im Rahmen des Forums vorgestellt.

Zum Transformationsbarometer   

Für die aktuelle Studie hat Civey im Vorfeld des Ostdeutschen Wirtschaftsforums im Auftrag der Standortinitiative Deutschland – Land der Ideen in Partnerschaft mit der Deutschen Kreditbank AG (DKB) zwischen Februar und April 2026 repräsentativ 1.500 privatwirtschaftliche Entscheider*innen in Ostdeutschland und Berlin befragt. Ziel ist ein belastbares Lagebild, das über reine Stimmungsindikatoren hinausgeht. 

Pressetermin beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum am 1. Juni, 12 Uhr 

Das Transformationsbarometer wird am 1. Juni während des Events vorgestellt. Ein gesonderter Medientermin für Interviews und Fragen findet um 12 Uhr im UG des Großen Theaters statt. Bitte melden Sie Ihr Interesse per E-Mail an owf-presse@land-der-ideen.de an.

Über das OWF   

OWF ist die führende Wirtschaftskonferenz in Ostdeutschland. Ziel des OWF ist es, die Chancen und Herausforderungen des Wirtschaftsstandorts mithilfe des Transformationsbarometers aufzuzeigen, relevante Akteure und Akteurinnen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zu vernetzen und Lösungsansätze für die Strukturwandel- und Transformationsprozesse zu erarbeiten, die den Standort prägen. Mit hochkarätigen Referent:innen, Podiumsdiskussionen und Networking-Formaten bietet das OWF seinen Teilnehmenden die Gelegenheit, sich aktiv an diesem wichtigen Dialog zu beteiligen.  

Über Deutschland – Land der Ideen  

2006 anlässlich der Fußball-WM von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft gegründet, setzt sich die Standortinitiative Deutschland - Land der Ideen für Ideen und Innovationskraft in Deutschland ein. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft realisiert Deutschland – Land der Ideen Wettbewerbe, Netzwerkprojekte und das Ostdeutsche Wirtschaftsforum. Weitere Informationen auf https://land-der-ideen.de/  

Über die Deutsche Kreditbank AG (DKB)  

Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) mit Hauptsitz in Berlin ist Teil der BayernLB-Gruppe und betreut Geschäfts- und Privatkund*innen. Mit einer Bilanzsumme von 135,8 Mrd. Euro (Stichtag: 31.12.2025) zählt sie zu den Top-20-Banken Deutschlands. Rund 5,9 Millionen Menschen sind Kund*innen der DKB. Die DKB-Branchenexpert*innen betreuen die Geschäftskund*innen persönlich an 26 DKB-Standorten deutschlandweit. Die DKB ist in den ostdeutschen Bundesländern eine der größten Kreditgeberinnen in u.a. den Branchen Landwirtschaft, Energie und Versorgung, Wohnungswirtschaft, Kommunen und Infrastruktur. Beim OWF stellt Vorstand Tilo Hacke die Ergebnisse des Transformationsbarometers vor. 

Über Civey 

Civey geht seit 2015 neue Wege in der Markt- und Meinungsforschung, um schnell und verlässlich Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu ermöglichen. Das Tech-Unternehmen für digitale Markt- und Meinungsforschung erhebt und verbindet Daten zu einem „Bigger Picture“. Dabei misst es Veränderungsprozesse in Stakeholdergruppen in Echtzeit. Als Vorreiter der Branche erkennt Civey frühzeitig relevante Trends, macht Perspektiven sichtbar und schafft Klarheit. Mit intelligenten Datenlösungen sowie einer individuellen Beratung und Branchenexpertise ermöglicht es fundierte Entscheidungen in einer sich wandelnden Welt.

Pressekontakt

Deutschland - Land der Ideen

owf-presse@land-der-ideen.de

Wilhelm Nöldeke | T: 0179 86 65 667


Jan Schleifer | T: 0170 80 55 101

Deutsche Kreditbank AG (DKB)  
Tobias Campino-Spaeing  
Pressesprecher  
E-Mail:  presse@dkb.de  
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