Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V.
Help-Studie zu Ebola im Kongo: "Ohne Vertrauen wird die Lage weiter eskalieren"
Bonn (ots)
Vertrauen in der Ebola-Bekämpfung ist nicht optional, sondern eine Grundvoraussetzung für die Eindämmung der Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. Das zeigt eine gemeinsame Studie der internationalen Hilfsorganisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe und der lokalen Partnerorganisation UGEAFI.
Das Ergebnis: Bei hohem Vertrauen beteiligen sich 80 Prozent der Befragten verstärkt an den Maßnahmen zur Epidemiebekämpfung, bei geringem Vertrauen lediglich 51 Prozent. Die Studie macht deutlich, dass Aufklärung allein nicht ausreicht.
Die Studie nennt drei Schlüsselfaktoren, um Vertrauen für die Eindämmung der Ebola-Epidemie zu gewinnen:
- Betroffene Familien bei Entscheidungen einbeziehen und nicht nur informieren. Besonders bei Bestattungen, die im Einklang mit lokalen Traditionen stehen und gleichzeitig Ansteckung verhindern müssen.
- Lokale, vertrauenswürdige und einflussreiche Akteure wie etwa Dorfälteste systematisch beteiligen. Sie frühzeitig und kontinuierlich einbinden, nicht erst, wenn Widerstand entsteht.
- Transparenz schaffen und Informationslücken verhindern, damit sich Falschmeldungen und Gerüchte nicht verbreiten.
"Da es aktuell weder einen Impfstoff noch eine Behandlung für den Bundibugyo-Stamm gibt, hängt der Erfolg der Maßnahmen vollständig von der Mitarbeit der Bevölkerung ab", sagt Naum Butoto, Geschäftsführer von UGEAFI.
Besonders deutlich wird die Herausforderung bei der Kontaktnachverfolgung zur Eindämmung der Virusausbreitung. Nur 53,8 Prozent der Befragten sind uneingeschränkt bereit, die Namen von Kontaktpersonen weiterzugeben. Im Gesundheitsbezirk Logo sind es lediglich 27,6 Prozent.
"Eine Kontaktnachverfolgung gelingt uns nur, wenn das Vertrauen gegeben ist und Menschen keine Nachteile dadurch befürchten", so Butoto weiter. Für die Studie wurden zwischen Juli und August 890 Erwachsene in den am stärksten betroffenen Bezirken Logo, Angumu und Rimba des Epizentrums des Ebolavirus in Ituri befragt.
Ebola-Bekämpfung im Kongo: Bevölkerung stärker einbeziehen
"Entscheidend ist die frühzeitige Einbindung kommunaler, religiöser und traditioneller Führungspersonen sowie Heilpraktiker:innen vor Ort - besonders von Frauen. Sie können als Partner bei der Ebola-Bekämpfung die Früherkennung unterstützen, Quarantänemaßnahmen erklären und für sichere, aber auch würdevolle Beerdigungen sorgen. Eine enge Zusammenarbeit mit der lokalen Zivilgesellschaft ist dafür zwingend notwendig", betont Christoph van Edig, Help-Programm-Manager Kongo.
Seit dem Ausbruch vor rund vier Monaten sind bereits über 3.200 Menschen an dem Virus gestorben und mehr als 6.600 Ebolafälle bestätigt worden. Help konzentriert sich gemeinsam mit der Partnerorganisation UGEAFI aktuell auf die Ebola-Hilfe in den besonders schwer betroffenen Regionen Ituri und Nord-Kivu. Gemeinsam unterstützen die Organisationen Präventionsmaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen, Krankenhäusern und Vertriebenencamps, etwa durch die Herstellung und Verteilung von Flüssigchlor zur Desinfektion sowie den Bau eines Triage-Zentrums. Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe liegt auf der medizinischen Fortbildung des Gesundheits- und Gemeindepersonals. Jüngst wurden in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation action medeor auch wichtige Medikamente und Schutzausrüstung für das Gesundheitspersonal in die betroffene Region geliefert.
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