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VNW-Direktor Andreas Breitner: Kommunen im Norden sollten überambitionierte Klimaziele überdenken

56/2026

Schwerin/Kiel/Hamburg. Die sozialen Vermieter haben die norddeutschen Kommunen aufgefordert, überambitionierte Klimaschutzziele zu überdenken.

„Die Gemeinden sollten sich ein Beispiel an Schwerin, Greifswald oder Lübeck nehmen“, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Die beiden ostdeutschen Kommunen haben das Ziel, Klimaneutralität im Jahr 2035 zu erreichen, bereits kassiert. In Lübeck wiederum wird derzeit angesichts der enormen Kosten über eine Revision diskutiert.“

Die EU plant, Klimaneutralität im Jahr 2050 zu erreichen, Deutschland im Jahr 2045. Eine Reihe von Städten haben in den vergangenen Jahren beschlossen, 2040 oder gar 2035 klimaneutral sein zu wollen. Angesichts sinkender Steuereinnahmen und der veränderten Stimmung in der Bevölkerung rudern viele Kommunen jetzt allerdings zurück. Bei einer Umfrage im Juni 2026 hielten nur noch zehn Prozent der Befragten Klimaschutz für das aktuell größte politische Problem.

Bereits das Erreichen von Klimaneutralität im Jahr 2045 verursache hohe Kosten, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Durch das Vorziehen um fünf oder gar zehn Jahre steigen die Kosten exponentiell. Experten haben ausgerechnet, dass unsere Wohnungsunternehmen zusätzlich zu den ohnehin notwendigen Steigerungen die Miete um einen bis zwei Euro erhöhen müssten, wenn sie 2035 oder 2040 klimaneutral sein müssten. Die Zeche der ambitionierten Ziele zahlen am Ende die Mieterinnen und Mieter.“

Akzeptanz könnte verloren gehen

Klimaschaden sei teurer als Klimaschutz, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Gleichzeitig dürfen die Kosten für diese Staatsaufgabe Nr. 1 Bund, Länder und Kommunen, aber auch die Menschen selbst, finanziell nicht überfordern. Sonst geht die Akzeptanz verloren, und die Menschen folgen an der Wahlurne jenen, die ihnen sagen, dass wir mit dem Klima kein Problem hätten und nichts lösen müssten. Deshalb begrüße ich, dass viele Kommunen in Deutschland sich jetzt ehrlich machen und ihre überehrgeizigen Klimaziele der Realität anpassen.“

Viele im VNW organisierte Wohnungsunternehmen verfügten über eine große Zahl an 50er- und 60er-Jahre-Gebäuden, sagt Andreas Breitner. „Wir haben stets gewarnt, Unternehmen und Menschen zu überfordern. Und nun? Die Menschen vor Ort zweifeln angesichts irrealer und utopischer Klimaziele an der Problemlösungskompetenz der Politik und wählen zunehmend rechts der Mitte. Ein Ziel anzustreben, das nicht erreicht werden kann, war und ist strategisch nicht sinnvoll.“

Klimaschutz nicht ad acta legen

Es gehe nicht darum, den Klimaschutz in Gänze ad acta zu legen, sagt der VNW-Direktor. „Unsere Mitgliedsunternehmen haben sich längst auf den Weg gemacht. Bauen sie neu, dann genügen die Gebäude hohen energetischen Ansprüchen. Bei der Sanierung ihrer Bestände gehen sie so vor, dass trotz guter energetischer Standards die Bezahlbarkeit der Mieten nicht gefährdet wird. In den vergangenen zehn Jahren haben die mehr als 300 VNW-Unternehmen mehr als fünf Milliarden Euro in die energetische Sanierung ihrer Bestandsgebäude investiert.“

VNW-Direktor Andreas Breitner mahnte die Kommunen, jetzt nicht stur an ideologisch fundierten Zielen festzuhalten. „Dem Klimaschutz wird mehr geschadet, wenn überambitionierte Ziele am Ende nicht erreicht werden und sich bei den Menschen Fatalismus breit macht. Dazu ist die Reduzierung klimaschädlicher Emissionen viel zu wichtig.“

09/08/2026

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 498 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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