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Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

VNW-Direktor Andreas Breitner zu Hamburgs CO2-Bilanz

46/2026

Hamburg muss Schleswig-Holstein folgen und ebenfalls Verhandlungen über eine klimaneutrale Transformation des Wohnungsbestandes aufnehmen.

Hamburg/Kiel. In Schleswig-Holstein haben Landesregierung, Wohnungswirtschaft und Sozialverbände am Montag eine Realisierungsvereinbarung zur klimaneutralen Transformation des Wohnungsbestandes unterzeichnet. Seitens der schwarz-grünen Landesregierung wird darin anerkannt, dass die Wohnungswirtschaft große Probleme hat, die Klimaneutralität bereits im Jahr 2040 zu erreichen. Wirtschaft und Land wollen daher gemeinsam versuchen, diese zu lösen.

„Hamburg kann hier von Schleswig-Holstein lernen. Im echten Norden wird anerkannt, dass die Wohnungswirtschaft grosse Probleme mit der vorgezogenen Klimaneutralität 2040 hat. Nun kommt man uns entgegen und vereinbart Lösungen. Alles, was im Gebäudebestand 2040 an Restemissionen bleibt, wird in anderen Sektoren ausgeglichen. Wir brauchen jetzt auch in Hamburg eine solche Vereinbarung“, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW).

„Es wäre gut, wenn Hamburg dem Schleswig-holsteinischen Weg folgt und mit uns Gespräche darüber startet.“ Hamburg habe wie Schleswig-Holstein das Ziel, die Klimaneutralität des Wohnungsbestandes bereits im Jahr 2040 zu erreichen – also fünf Jahre früher als der Bund und zehn Jahre früher als die Europäische Union.

„Wir haben in beiden Ländern frühzeitig davor gewarnt, dass diese Zielverschärfung Wohnungsunternehmen finanziell überfordern wird“, so der VNW-Direktor. „Wir fühlen uns daher durch die aktuellen Zahlen der CO2-Emissionen bestätigt.“

Das Hamburger Abendblatt und der Senat berichteten am Dienstag über eine entsprechende Schätzbilanz, wonach der CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr gegenüber 2024 um 2,6 Prozent gestiegen sei. „Damit wird es schwieriger, Klimaneutralität bereits im Jahr 2040 zu erreichen“, sagt Andreas Breitner.

Finanzielle Auswirkungen auf Mieterinnen und Mieter im Blick

Es sei unverzichtbar, dass Senat und Wohnungswirtschaft umgehend über geeignete Maßnahmen beraten, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen nachhaltig zu reduzieren, ohne dass das für die Mieterinnen und Mieter unbezahlbar ist. Viele Immobilieneigentümer zögerten mit Investitionen, weil sie und ihre Mieter sich diese schlicht nicht leisten könnten, sagt Andreas Breitner.

Die sozialen Vermieter hätten stets die finanziellen Auswirkungen der Energiewende für die Mieterinnen und Mieter im Blick, sagt der VNW-Direktor. „Wir wissen, dass die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Menschen begrenzt sind. Zugleich müssen die Unternehmen wirtschaftliche Grundlagen berücksichtigen. Fachleute haben ausgerechnet, dass unsere Mitgliedsunternehmen durch das Vorziehen der Klimaneutralität auf das Jahr 2040 die Mieten zusätzlich zu den ohnehin geplanten Steigerungen um rund einen Euro pro Quadratmeter erhöhen müssten.“

Dekarbonisierung der Energieerzeugung in den Fokus rücken

Nach Auffassung der Wohnungswirtschaft muss der Fokus der Energiewende auf die Dekarbonisierung der Energieerzeugung gerichtet werden. „Die regenerative Erzeugung von Strom und Heizenergie ist aus unserer Sicht der größte Hebel, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen zu reduzieren.“ Derzeit stammt der in Hamburg erzeugte Strom zu 65 Prozent aus fossilen Energieträgern. Bei der Heizenergie liegt deren Anteil derzeit bei mehr als 70 Prozent.

Die Wohnungswirtschaft investiert seit vielen Jahren massiv in die energetische Sanierung ihrer Gebäude. Damit haben wir die Voraussetzungen geschaffen, das Ziel der Klimaneutralität – beispielsweise durch den Einsatz von Wärmepumpen – zu erreichen. Jetzt müssen andere nachziehen und die entsprechende Energieinfrastruktur schaffen. Wir brauchen (mehr) Stromleitungen, um die vielen Wärmepumpen zu betreiben – und wir brauchen (mehr) Leitungen für Fernwärme.

30/06/2026

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 396 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 686.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,20 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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