Erdbeben Venezuela: Johanniter-Einsatzteam reist am Sonntag zurück nach Deutschland
Berlin (ots)
Nach gut zwei Wochen Einsatz in Venezuela reist das 27-köpfige medizinische Team am Sonntag mit einem Flugzeug der Bundeswehr zurück nach Deutschland. Große Teile der noch vorhandenen Medikamente, Ausrüstung und der WASH-Infrastruktur werden an nationale Partner übergeben.
Nach den schweren Erdbeben vom 24. Juni 2026 und über tausend Nachbeben ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung in vielen Regionen noch nicht wieder hergestellt. Das medizinische Team der Johanniter hatte in den vergangenen zwei Wochen täglich über 70 Patientinnen und Patienten versorgt. "Die Behandlungen reichten von Erkältungserkrankungen über psychosoamtische Probleme bis hin zu Brüchen und noch nicht versorgten Wunden, die sich die Patienten durch das Erdbeben zugezogen haben", berichtet Onno Tjarks, einer der Ärzte im medizinischen Team. Führte das Team am Anfang an zwei Standorten in La Guaira Behandlungen durch, konzentrierte sich die Hilfe in dieser Woche auf die Gemeinde Naiguatá. Zwei von drei medizinischen Einrichtungen wurden hier zerstört.
"Der medizinische Bedarf ist in Naiguatá weiterhin sehr hoch. Täglich warteten morgens bereits viele Erkrankte auf uns, um behandelt zu werden", berichtet die Allgemeinärztin Verena Ludwig. "Vom Baby bis zum älteren Menschen hatten wir alle möglichen Patienten mit teils sehr komplexen Krankheitsbildern. Einige mussten wir an weiterführende Einrichtungen transferieren, da sie eine umfassendere Versorgung benötigten."
Mit der Rückkehr des Teams am Sonntag, den 12.7.2026, wird ein anderes medizinisches Team den Standort in Naiguatá übernehmen. Einen großen Teil ihrer Ausrüstung, wie Zelte, Medikamente und ein Wasseraufbereitungssystem übergeben die Johanniter an lokale Partner wie den venezolanischen Malteserorden und AVESA.
Traumabehandlung in den Notunterkünften
Mit AVESA haben die Johanniter nun weitere Maßnahmen in Notunterkünften für Erdbebenbetroffene gestartet. Die Hilfe konzentriert sich dabei auf die psychosoziale Unterstützung für Frauen und Kinder. "Viele haben Familienangehörige, ihre Heimat und alles was sie besaßen verloren. Neben der Grundversorgung mit Wasser, Nahrung und Medikamenten sind sie auch auf psychologische Hilfe angewiesen", erklärt Edelweis Allué, Johanniter-Nothilfekoordinatorin in Venezuela.
In zwei Notunterkünften helfen sechs Psychologinnen den Menschen bei der Aufarbeitung ihrer Traumata. Zudem werden Kits für Monatshygiene verteilt, Frauen- und Kinderärzte übernehmen ihre medizinische Versorgung. Auch am Standort Naiguatá, an dem das medizinische Team der Johanniter stationiert war, wird AVESA Unterstützung für die vom Erdbeben betroffenen Menschen anbieten.
Parallel prüfen die Johanniter weitere Hilfsmaßnahmen im Wasser- und Ernährungsbereich. "Besonders die Trinkwasserversorgung und die Hygienebedingungen sind vielerorts noch schwierig. Hier wollen wir gemeinsam mit weiteren lokalen Partnern die Situation verbessern", erklärt Allué weiter.
Hintergrund:
Einem Hilfeleistungsersuchen der venezolanischen Regierung an die EU folgend reiste am 30.06.2026 ein medizinisches Team der Johanniter bestehend aus Ärzten, medizinischem Fachpersonal sowie Experten für Logistik und psychosoziale Nachsorge ins Erdbebengebiet. Rund 14 Tonnen Medikamente, Verbrauchsmaterial und Einsatzausrüstung hatte das Team mit ins Erdbebengebiet gebracht. Der Einsatz wurde vom Auswärtigen Amt und der Europäischen Union ko-finanziert.
Die Johanniter rufen zu Spenden für die Betroffenen des Erdbebens auf:
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Stichwort: "Erdbeben Venezuela"
IBAN: DE94 3702 0500 0433 0433 00 (SozialBank)
Oder online unter: https://www.johanniter.de/spenden/jetzt-unterstuetzen/erdbeben-venezuela/
Hinweis für Redaktionen:
Die Mitglieder des medizinischen Nothilfeteams stehen nach ihrer Rückkehr ab Dienstag für Interviews zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie die Pressestelle.
Pressekontakt:
Juliane Flurschütz, Stellvertretende Pressesprecherin
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Bundesgeschäftsstelle
Tel. 030-26997-361, Mobil 0173 619 3409
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