medico international

Nothilfe zwischen den Fronten
Taliban-Milizen überfallen Büro von medico-Partner in Mazar-e-Sharif

    Frankfurt am Main (ots) - Wie erst jetzt bekannt wurde, haben
Taliban-Milizen am Dienstag dieser Woche das Büro vom afghanischen
Projektpartner der Frankfurter Hilfsorganisation medico international
überfallen. Besonderen Wert legten die Milizen, die die Wächter des
Gebäudes niederschlugen, auf die Kommunikationsmittel - das
Funkgeräte und die drei Autos der Organisation für Minenräumung und
Opferrehabilitation OMAR. Das Büro in der auch von Luftangriffen
betroffenen Stadt Mazar-e-Sharif ist eines von vier Büros, von denen
OMAR die Minenüberwachung und -Aufklärung sowie minimalste
medizinische Notversorgung für Flüchtlinge organisiert. Auch die
anderen Büros wurden von den Taliban unter Androhung von Gewalt
aufgefordert, ihre Funkgeräte und Autos abzulieferen. "Jeder
Mitarbeiter in Afghanistan befindet sich", so OMAR-Direktor Fazel
Karim Fazel, "in großer Gefahr, die sowohl von den Luftangriffen als
auch von den Taliban ausgeht."
    
    Afghanistan - auch ein Minenkrieg
    
    medico-Projektpartner OMAR hat mehrere hundert Mitarbeiter in
Afghanistan, die unter den gegenwärtigen Bedigungen zwar nicht Minen
räumen können, aber präventiv die vor den Luftangriffen fliehenden
Menschen auf die Minengefährdung vorbereiten. Da in Afghanistan 10
Millionen Minen in der Erde liegen und durch die Clusterbomben der
USA weitere Minen verlegt werden, kann diese Arbeit für die
Flüchtenden von lebenswichtiger Bedeutung sein. Dass die
US-Streitkräfte Clusterbomben abwerfen, die Minen enthalten, sei eine
"schreckliche Nachricht", so der OMAR-Direktor.
    
    Dringend Spenden
    
    Jetzt erst Recht braucht OMAR dringend Unterstützung für ihre
humanitäre Arbeit zum Schutz der Flüchtlinge. medico international
bittet deshalb dringend um Spenden.
    
    Kontonummer: 1800, Frankfurter Sparkasse ( 500 502 01), Stichwort
"Minenopfer".
    
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