90 Studien zeigen: Mobilfunkstrahlung kann Embryonal- und frühe Kindesentwicklung schädigen
Ein Dokument
Pressemitteilung von diagnose:funk vom 12.5. 2026
90 Studien zeigen: Mobilfunkstrahlung kann Embryonal- und frühe Kindesentwicklung schädigen
Grundlage für Kinderärzte und Hebammen / Aufklärung für werdende Eltern
Stuttgart, 12.5.2026: Während und nach der Schwangerschaft mit dem Smartphone online sein? Alltag für moderne Eltern. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk zeigt nun in einer Aufarbeitung der Studienlage, wie Funkstrahlung von Smartphone, WLAN oder Bluetooth das werdende Kind beeinflussen kann.
diagnose:funk hat dazu die Studienlage zur sogenannten Embryotoxizität (Schädlichkeit für Embryo, Fötus und Kleinkind) zusammengestellt. Aus über 90 Studien und 8 Übersichtsarbeiten (Reviews) ergeben sich sieben wesentliche Erkenntnisse, siehe unten. All diese Studien sind zwischen 1982 und 2025 in wissenschaftlichen Fachmagazinen peer-reviewed erschienen, es handelt sich also um wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis.
Das Faktenblatt im Anhang (siehe unten) fasst die Erkenntnisse auf einer Seite zusammen.
„Unsere aktuelle Aufarbeitung der wissenschaftlichen Studienlage gibt Anlass zur Besorgnis – Vorsorge scheint angebracht“, sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. „Wir zeigen, welche biologischen Prozesse in der Embryonal- und frühen Kindesentwicklung durch Mobilfunkstrahlung beeinflusst werden können. Eltern wollen ihr Baby vor schädlichen Einflüssen und Gefahren schützen, daher ist Aufklärung der werdenden Eltern wichtig. Denn erst wenn sie die Gefahren kennen, können sie auch handeln. Kinderärzte und Hebammen kommt hier eine wichtige Beratungsfunktion zu: Sie können den Eltern aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse Verhaltenstipps geben – zum Schutz der Kinder.“
Sieben nachgewiesene mögliche Schädigungen
- Oxidativer Zellstress ist der zentrale Wirkmechanismus: Mobilfunkstrahlung führt zur Überproduktion von Sauerstoffradikalen (reaktive Sauerstoffspezies, ROS). Diese verursachen entzündliche Erkrankungen und schwächen das antioxidative Schutzsystem.
- Genetische Schäden und Störung der Zellregulation: Nachweis von DNA-Strangbrüchen als Vorstufe genetischer Veränderungen sowie Beeinträchtigung der Genexpression.
- Störung zentraler Entwicklungsprozesse: Dysregulation der Embryonalentwicklung durch gesteigerten Zelltod und reduzierte Zellneubildung.
- Schädigung der Eierstöcke: Beeinträchtigung der hochsensiblen Eireifung (Oogenese) mit irreversiblem Fruchtbarkeitsverlust und schädlichen Wirkungen für den Embryo.
- Strukturelle und funktionelle Schäden an Organen sowie klinisch relevante Entwicklungsstörungen: Pathologische Veränderungen an Gehirn, Herzmuskel, Leber und Hoden sowie Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen.
- Gehirnbereiche für Lernen und Gedächtnis sind besonders empfindlich: Störung der Bildung von Nervenzellen (Neurogenese) und der Synapsenbildung im Gehirn. Es kann zu kognitiven Defiziten kommen durch Beeinträchtigung des Teils des Gehirns, der vor allem für das Gedächtnis wichtig ist (Hippocampus).
- Langfristige, generationenübergreifende Auswirkungen: Vorgeburtliche Schäden bestehen bis ins Erwachsenenalter. Die Schäden können sogar auf die Nachkommen übertragen werden.
In der Broschüre „ÜBERBLICK für den Durchblick“ hat diagnose:funk die Ergebnisse der Studien auf über 30 Seiten zusammengestellt. Es handelt sich um ÜBERBLICK Nr. 10 mit dem Titel: „Beeinflusst Mobilfunkstrahlung die Entwicklung von Embryos und Babys?“
Download ÜBERBLICK Nr. 10 als PDF: https://www.diagnose-funk.org/ueberblick#10
Weitere Infos zum Thema Embryotoxizität, auch mit Links zu einzelnen Studien, unter: https://diagnose-funk.org/2342
diagnose:funk hat dieses Risikodossier erstellt, um medizinischen Fachkreisen und Fachpersonen in der Schwangerschafts- und Familienbegleitung eine evidenzbasierte Grundlage bereitzustellen für die wissenschaftliche und klinische Diskussion sowie für die medizinische Beratung von Schwangeren.
Wie können Eltern sich und ihre (werdenden) Kinder schützen?
- Funkende Geräte wie Mobiltelefon, Tablet, Bluetooth nicht in der Nähe des (werdenden) Kindes nutzen.
- WLAN: Wenigstens nachts ausschalten. Am besten nur bei tatsächlichem Bedarf anschalten. WLAN auch an WLAN-fähigen Geräten wie Smartphone, Tablet, Computer, Drucker, SmartTV, Balkonkraftwerk, Spülmaschine, Herd, Saugroboter etc. ausschalten. Das ist bei vielen WLAN-Geräten mühsam, reduziert aber die Dauerbelastung am stärksten.
- Smartphone: WLAN aus, Bluetooth aus, mobile Daten aus. Bei Bedarf wieder an … und wieder aus. Auch das ist zu Beginn mühsam, man gewöhnt sich aber daran
- Kabel statt Funk: Ortsfeste Geräte wie Computer, TV, Drucker per LAN-Kabel an den Router anschließen. Smartphone und Tablet per USB-LAN-Adapter statt WLAN. Headset und Lautsprecher per USB-C statt Bluetooth.
- Schnurlos-Telefone (DECT) im (Full-)EcoMode betreiben: https://diagnose-funk.org/dect
Im Ratgeber Nr. 1 „Elektrostress im Alltag“ liefert diagnose:funk noch mehr Tipps: https://diagnose-funk.org/ratgeber1
Kontakt für Rückfragen:
- Jörn Gutbier, erster Vorsitzender von diagnose:funk, Tel. 0711-250869-1
- Peter Hensinger, zweiter Vorsitzender von diagnose:funk, Fachbereich Wissenschaft, Tel. 0711-250869-2
- Matthias von Herrmann, Pressereferent, Tel. 0711-250869-4 oder 0174-7497868
Presseportal: https://www.presseportal.de/nr/134366
diagnose:funk ist eine unabhängige Umwelt- und Verbraucher-Organisation, die sich seit 2009 für den Schutz vor elektromagnetischen Feldern einsetzt. Dazu klärt diagnose:funk über die schädigenden Wirkungen u.a. von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung auf und fordert zukunftsfähige technische Lösungen für eine gesundheitsverträgliche Telekommunikation. Unser Motto: Technik sinnvoll nutzen!
diagnose:funk / Bismarckstr. 63 / 70197 Stuttgart Vertreten durch Jörn Gutbier und Peter Hensinger. https://www.diagnose-funk.org