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26.11.2019 – 16:34

dpa-Faktencheck

Robert Koch-Institut: Keine Krebsgefahr durch Impfen

Berlin (ots)

«IMPFEN ist Hauptursache für Krebs», wird in der Überschrift eines Artikels behauptet, der in sozialen Netzwerken kursiert. Diese Worte werden einem angeblich renommierten Krebsforscher zugeschrieben (http://dpaq.de/zsK7Z).

BEWERTUNG: Die Behauptung, Impfen sei die «Hauptursache für Krebs», ist falsch.

FAKTEN: Das Robert Koch-Institut (RKI) als Bundesoberbehörde für Krankheiten und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für Impfstoffe haben sich gemeinsam dem Thema angenommen. Unter dem Titel «Antworten (...) zu den 20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen» wird auch thematisiert, ob es bei der Herstellung von Impfstoffen zu Verunreinigungen kommen kann, «die für Erkrankungen wie BSE, AIDS oder Krebs verantwortlich sind» (http://dpaq.de/J1IYR).

Die beiden Institute sehen - im Gegensatz zur Behauptung - keine Krebsgefahr durch Impfstoffe. Für die Impfstoffproduktion von Influenzaviren würden zwar Zellen aus Tumorgewebe verwendet werden, aber «keinesfalls Krebs verursachen» können. Die Zellen werden verwendet, weil sie sich unbegrenzt vermehren. Die Zellbestandteile gelangen aber nicht in den Impfstoff.

Hintergrund der Behauptung Impfen sei «Hauptursache für Krebs», war eine Diskussion um den Impfstoff gegen Kinderlähmung. Die abgeschwächten Polioerreger wurden mit Hilfe von Nierenzellen gezüchtet, die von Rhesus-Affen stammen. Dabei gelangten die sogenannten SV40-Viren in das Serum. Sie stehen unter Verdacht, Krebs zu verursachen.

Ein Zusammenhang zwischen der Entstehung von Tumoren und SV40-Viren sei aber nicht gesichert, sagte Erhard Geißler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Ende der 1990er-Jahre der Deutschen Presse-Agentur: «Es gibt keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob das Virus an der Entstehung von Tumoren beteiligt ist oder ob die Viren später in die Tumore hineingewandert sind.» Epidemiologische Studien deuteten darauf hin, dass Asbest in Kombination mit dem Virus Krebs auslösen könne. Sicher ist laut Paul-Ehrlich-Institut, dass Polio-Impfstoffe vor 1961 mit dem SV40-Virus verseucht waren.

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Links:

Beitrag: https://www.facebook.com/groups/124960521048580/permalink/1162778647266757 (archiviert: http://dpaq.de/mpOwi)

Robert Koch-Institut zu den häufigsten Einwänden gegen Impfen: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html#doc2378400bodyText16 (archiviert: http://dpaq.de/TO4Lg)

Faktencheck von «mimikama» zum Thema «Krebsviren in Impfstoffen»: https://www.mimikama.at/allgemein/krebsviren-in-impfstoffen/

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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