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DKFZ Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft

Tag der seltenen Erkrankungen – Neue Infoseiten zu strahleninduzierten Sarkomen

Tag der seltenen Erkrankungen – Neue Infoseiten zu strahleninduzierten Sarkomen
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Ein seltener, oft spät erkannter Zweittumor nach Krebsbehandlung: Strahleninduzierte Sarkome stellen Betroffene vor besondere Herausforderungen. Zum Tag der Seltenen Erkrankungen informiert der Krebsinformationsdienst jetzt erstmals umfassend über Risiken, Diagnose und Unterstützung.

Deutsches Krebsforschungszentrum

in der Helmholtz-Gemeinschaft

23. Februar 2026 (jg)

28.02. – Tag der seltenen Erkrankungen – Neue Infoseiten zu strahleninduzierten Sarkomen

Strahleninduzierte Sarkome sind schnell wachsende Tumoren im Weichgewebe oder in den Knochen, die als Folge einer früheren Strahlentherapie bei einer Krebserkrankung auftreten können. Sie gehören zu den seltenen Erkrankungen. Aufgrund der schwierigen und oft Monate bis Jahre andauernden Diagnosefindung sind Betroffene und Angehörige oft in hohem Maße verunsichert und belastet. Um Menschen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, stellt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ab sofort verständliche Informationen rund um strahleninduzierte Sarkome unter https://kurzlinks.de/strahleninduzierte-sarkome zur Verfügung. Das neue Informationsangebot ist Teil des vom DKFZ-Hector Krebsinstituts an der Universitätsmedizin Mannheim geförderten Projekts TETRIS.

Strahleninduzierte Sarkome, von Fachleuten Radiation-Induced Sarcoma (RIS) genannt, sind selten. In Deutschland erkranken jedes Jahr nur wenige hundert Menschen. Am häufigsten entstehen strahleninduzierte Sarkome mehrere Jahre nach einer Bestrahlung von Brustkrebs. Deshalb sind insgesamt mehr Frauen als Männer betroffen. Die Tumoren wachsen schnell, können umliegendes Gewebe zerstören und bilden oft Metastasen. RIS gehören zu den „Seltenen Krebserkrankungen“. Als selten gilt eine Krebsart, wenn weniger als 6 von 100.000 Personen pro Jahr erkranken. Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes zu RIS: „Da die Zahl der Betroffenen sehr gering ist, ist auch die Datenlage begrenzt. Zudem sind nicht alle Ärztinnen und Ärzte mit dem Krankheitsbild ausreichend vertraut.“ Prof. Jens Jakob, Leiter der Sarkomchirurgie des Universitätsklinikums Mannheim, ergänzt: „Oft kommt es zu einer langen Odyssee der Betroffenen, da trotz zahlreicher Arztbesuche viel Zeit bis zu einer verlässlichen Diagnose verstreicht. Ein verzögerter Behandlungsbeginn wie auch psychische Belastungen sind die Folgen.“

Fundierte Unterstützung für Betroffene

An diesem Punkt setzt das DKFZ-Hector geförderte Projekt TETRIS (Tumor EcosyTems in Radiation-Induced Sarcomas, https://www.umm.de/tetris-projekt/) an: Projektpartner aus der Forschung untersuchen die Entstehungsmechanismen und biologischen Merkmale strahleninduzierter Sarkome. Darauf aufbauend entwickeln und erproben sie neue Behandlungsstrategien in klinischen Studien.

Aufgabe des Krebsinformationsdienstes war es, für Betroffene und Angehörige fundierte Informationen zu RIS zu entwickeln, um sie in die Lage zu versetzen, gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten Therapieentscheidungen zu treffen. Ab sofort stehen diese Informationen unter https://kurzlinks.de/strahleninduzierte-sarkome: Neben relevanten Anlaufstellen wie zertifizierten Sarkom-Zentren und der Deutschen Sarkom-Stiftung liefert die Seite Informationen zu Diagnosekriterien, Behandlungsoptionen und Hinweise auf psychoonkologische Unterstützung. Ein PDF-Leitfaden hilft bei den ersten Schritten nach der Diagnose. Ergänzend gibt es einen Katalog typischer Fragen und Antworten.

Karin Arndt von der Deutschen Sarkom-Stiftung dazu: „Aus meiner jahrelangen Erfahrung am Patiententelefon der Deutschen Sarkom-Stiftung kenne ich die Verzweiflung und die Fragen von Betroffenen mit einer zweiten und dann auch noch so seltenen Krebserkrankung. Deshalb war uns dieses Projekt so wichtig. Auf den Seiten finden nicht nur Patienten und Angehörige die wichtigsten Informationen, sondern auch behandelnde Fachärzte wie Chirurgen, Gynäkologen, aber auch Haut- und Hausärzte - genau die müssen wir dringend auf dieses Thema aufmerksam machen. Für Patienten sind wir jederzeit erreichbar: unter 0700-4884 0700 (*max. 14 Cent/Min Festnetzpreis, ggf. abweichende Mobilfunktarife), www.sarkome.de und per E-Mail unter info@sarkome.de.

Die Stiftung setzt sich dafür ein, die Situation für Sarkom-Patienten in Deutschland zu verbessern (https://www.sarkome.de/). Auch Ärztinnen und Ärzte des zertifizierten Sarkom-Zentrums der Universitätsmedizin Mannheim unterstützten bei der Akquise interessierter Patientinnen und Angehöriger und prüften die entwickelten Informationstexte.

Eckdaten zum Projekt

Projektpartner waren das Sarkom-Zentrum der Universitätsmedizin Mannheim, das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, die Deutsche Sarkom-Stiftung, die Universitätsmedizin Göttingen, das BG Trauma Center Ludwigshafen und der Krebsinformationsdienst des DKFZ. Finanziert wurde das Projekt durch das DKFZ-Hector Anschubprogramm.

Wie es weitergeht

Durch die erfolgreiche Kooperation der Projektpartner im Rahmen des DKFZ-Hector-Anschubprogramms konnte eine Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Raumfahrt und Technologie (BMFTR) in Höhe von 1,9 Mio. Euro eingeworben werden (TTRIS-CSI, https://www.umm.de/ttris-csi). Das DKFZ ist dabei einer der wesentlichen Projektpartner. Die Beteiligung von Patientinnen und Patienten im Projekt zur Erklärung von RIS und zur Feststellung der (Informations-) Bedürfnisse von RIS-Patienten war dabei eine Grundlage für den Förderantrag.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
 
Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:
 
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 7 Standorte)
Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)
 
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.
 
Ansprechpartner für die Presse:
 
Dr. Sibylle Kohlstädt
Pressesprecherin
Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit  
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968
E-Mail:  S.Kohlstaedt@dkfz.de
E-Mail:  presse@dkfz.de
 www.dkfz.de
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