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Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Boykottaufruf der österreichischen Polizei gegen Sinti und Roma – Zentralrat fordert disziplinarische Konsequenzen

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Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma verurteilt einen Boykottaufruf der Polizei Neusiedl am See, über den am 5. Mai 2026 in der österreichischen Kronen Zeitung berichtet wurde. In dem Artikel wird ein Aufruf der Polizei abgedruckt, in der die Bevölkerung aufgefordert wird, keine Waren vom „fahrenden Volk“ zu kaufen und keine Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, zeigt sich schockiert und fassungslos über einen solchen Aufruf gegen die Minderheit durch Polizeibehörden in Österreich und verweist auf den Boykottaufruf durch die Nationalsozialisten von 1933, in denen die deutsche Bevölkerung aufgefordert wurde, nicht bei Juden zu kaufen, und Polizei und SS vor jüdischen Geschäften aufmarschierten.

Der Zentralrat blickt mit Besorgnis auf den europaweiten Vormarsch nationalistischer Kräfte, die ihr politisches Programm oftmals auf Rassismus und Hetze bauen und in Österreich inzwischen zur stärksten politischen Kraft geworden sind.

Das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarates, das in Österreich 1998 in Kraft getreten ist, verpflichtet den Staat, jeder Form von Antiziganismus gegenüber der anerkannten Minderheit der Roma entschieden entgegenzuwirken.

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma hat daher den österreichischen Innenminister Gerhard Karner aufgefordert, disziplinarische Maßnahmen gegen die Verantwortlichen bei der Polizei einzuleiten, um derartige Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

 www.zentralrat.sintiundroma.de
 zentralrat@sintiundroma.de
Tel. 06221-981101
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