Beben vor 75 Jahren führte zum Bau der Erdbebenstation Bensberg
Beben vor 75 Jahren führte zum Bau der Erdbebenstation Bensberg
Am 14. März 1951 verursachte ein starkes Erdbeben schwere Schäden in der Region um Euskirchen. Das Ereignis gab den Anstoß für die systematische seismologische Überwachung im Rheinland.
Vor 75 Jahren erschütterte ein starkes Erdbeben die Region zwischen Euskirchen, Köln und Bonn. Aus den Erfahrungen mit dem Beben am Vormittag des 14. März 1951 entstand die Erdbebenstation Bensberg, die heute dem Institut für Geologie und Mineralogie der Universität zu Köln angegliedert ist.
Das Beben hatte eine Magnitude von 5.1, beziehungsweise 5.7, je nach Magnitudenskala. In Euskirchen und den umliegenden Orten kam es zu zahlreichen schweren Gebäudeschäden. Besonders stark betroffen war der Raum Euskirchen–Bad Münstereifel. Doch auch in Köln, Bonn und weit darüber hinaus war das Beben deutlich gespürt.
Das starke, aber vergleichsweise kurze Beben machte deutlich: Das Rheinland ist keine erdbebenfreie Region. Die geologische Struktur der Niederrheinischen Bucht und der angrenzenden Eifel gehört zu den aktivsten Erdbebengebieten Deutschlands. Das Erdbeben von Euskirchen wurde allerdings im Rheinland selbst nicht instrumentell aufgezeichnet. Es existierten damals keine modernen seismischen Messstationen in der Region.
Diese Lücke gab den entscheidenden Impuls. Forschende erkannten, dass eine dauerhaft betriebene seismologische Beobachtung im Rheinland dringend notwendig war – sowohl für die Wissenschaft als auch für den Bevölkerungsschutz. Die nächsten deutschen Stationen in Karlsruhe und Göttingen befanden sich über 200 km entfernt. Dennoch war das Beben so stark, dass es die Registrierfedern der Stationen in Jena und Basel beschädigte. Sogar im 9.000 km entfernte Pasadena in Kalifornien konnte das Beben noch aufgezeichnet werden.
Die wissenschaftliche Auswertung musste sich lokal zunächst auf Schadensberichte und Wahrnehmungen der Bevölkerung stützen. Erst aus der Verteilung der Schäden ließ sich das Epizentralgebiet eingrenzen. Um beim nächsten Beben bessere Daten zu haben, setzte sich Martin Schwarzbach, damals Professor für Geologie an der Universität zu Köln, für den Aufbau einer eigenen Station ein. Aufgrund der wachsenden Industrie und ungünstigen geologischen Begebenheiten in der Stadt Köln fiel die Wahl auf Bensberg, heute ein Stadtteil von Kölns Nachbarstadt Bergisch Gladbach, als Standort. Nach der Grundsteinlegung 1952 ging die Erdbebenstation 1955 in Betrieb und registriert seither kontinuierlich die seismische Aktivität im Rheinland.
Das Euskirchener Erdbeben vom 14. März 1951 war für viele Menschen ein prägendes Erlebnis. Für die Seismologie im Rheinland wurde es zum Wendepunkt. Ohne dieses Ereignis gäbe es die Erdbebenstation Bensberg in ihrer heutigen Form vermutlich nicht. Moderne digitale Messnetze – mit Sensoren sogar im Kölner Dom – ermöglichen heute eine hochauflösende Registrierung selbst kleinster Erdbeben. Die Anbindung an die Universität zu Köln sichert darüber hinaus die Ausbildung neuer Generationen von Studierenden in der Seismologie.
Inhaltlicher Kontakt:
Dr. Martin Zeckra
Leiter der Erdbebenstation Bensberg
Institut für Geologie und Mineralogie
+49 221 470 7130
mzeckra@uni-koeln.de
Presse und Kommunikation: Mathias Martin +49 221 470 1705 m.martin@verw.uni-koeln.de
Chief Communications Officer: Dr. Elisabeth Hoffmann +49 221 470 2202 e.hoffmann@verw.uni-koeln.de
V.i.S.d.P.: Dr. Elisabeth Hoffmann



