Verband der Chemischen Industrie (VCI)

2011 kommen auf Verbraucher höhere Preise für Öl, Gas und Strom zu / Die steigenden Energiekosten eindämmen (mit Bild)

75 Prozent aller Wohneinheiten in Deutschland sind energetisch gesehen Oldtimer: Innovationen aus der Chemie helfen, den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken und sie klimafreundlicher zu machen - bei Alt- und Neubauten, jetzt und in Zukunft. Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke... mehr

Frankfurt/Main (ots) - Im neuen Jahr müssen Verbraucher für Energie wieder tiefer in die Tasche greifen. 2010 stiegen die Endverbraucherpreise für Strom und Öl im Durchschnitt um sieben Prozent, für Gas bis zu 29 Prozent. Die Kostenschraube wird sich ab dem 1. Januar 2011 weiterdrehen und auch langfristig ist der Trend zu immer höheren Energiepreisen ungebrochen. Wer dauerhaft Kosten sparen will, muss deshalb den Energieverbrauch im Haushalt senken.

Am besten geht das durch eine bessere Gebäudedämmung. Drei Viertel aller Wohneinheiten in Deutschland sind energetische "Oldtimer" und benötigen fast dreimal so viel Heizenergie wie Neubauten. Die Energie entweicht durch schlecht isolierte Fenster, Dächer und Hauswände. Eine geeignete Wärmedämmung kann helfen, die Energiekosten um bis zu 60 Prozent zu senken.

Weniger Wärmeverlust durch neue Dämmmaterialien

"Innovationen der Chemie ermöglichen energiesparendes Wohnen. So haben deutsche Unternehmen den Wirkungsgrad von Dämmstoffen deutlich verbessert, was am Ende auch dem Verbraucher zugutekommt", sagt Dr. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI). Schaumstoffe wie Polyurethan und Polystyrol haben sich bewährt und sind beim Hausbau vielfältig einsetzbar - in Form von Dämmplatten, aber auch als Spritzschaum, in Wänden und unter dem Dach. Heute reicht schon eine Polyurethanschicht von zehn Zentimetern, um spürbar Wärmeverluste und damit Energiekosten einzudämmen.

Polyurethan dämmt auch im Kühlschrank, wodurch wesentlich weniger Kälte entweicht und der Stromverbrauch sinkt. Nanotechnologie kann diesen Effekt noch verstärken. Forscher testen ein Verfahren, um den Energieverbrauch von Kühlgeräten mit einem Schlag zu halbieren. Möglich machen das deutlich kleinere Poren im Schaumstoff, die zu einer höheren Isolationsleistung führen.

Innovationen von heute für morgen

Das Haus der Zukunft beinhaltet auch an anderer Stelle Chemie: So stammen wichtige Fortschritte bei der Solarenergie aus Chemielabors. Photovoltaikanlagen mit Solarzellen aus Silizium wandeln heute mehr als 15 Prozent der Sonnenenergie in Elektrizität um. Antireflexschichten aus Siliziumdioxid auf den Abdeckgläsern der Solarmodule steigern diese Ausbeute noch einmal um drei bis fünf Prozent. Die Forscher arbeiten auch an Solarzellen aus organischen, halbleitenden Polymeren. Sie lassen sich auf Kunststofffolien drucken und so relativ leicht an Hauswänden, Fenstern oder auf dem Dach anbringen.

Allein für die Beleuchtung verbraucht ein deutscher Haushalt heute noch ein Zehntel seines Stromverbrauchs. Hier kann ein Tapetenwechsel helfen: Die Chemie treibt die Entwicklung von organischen Leuchtdioden, den OLEDs, weiter voran. Diese lassen sich auf verschiedene Materialien aufdrucken. So wird die "Tapete zum Anknipsen" möglich, die ein warmes Raumlicht erzeugt, Energie spart und zudem kreative Freiräume schafft. Und auch in der Wand kommt die Chemie mit sogenannten Latentwärmespeichern ins Spiel. Dabei nehmen Wachskügelchen, die in Wandputzen oder Bauplatten integriert werden können, tagsüber Sonnenwärme auf und geben diese nachts wieder in der Wohnung frei.

Klimaschutz braucht Innovationen aus der Chemie

Je nach Technologie können Gebäude sogar zu Energie-Plus-Häusern werden, bestätigt Dr. Utz Tillmann: "Mithilfe moderner Chemie gewinnen Häuser mehr Energie, als sie benötigen. Die überschüssige Energie fließt zurück ins Stromnetz. Das schont den Geldbeutel und das Klima."

Eine Illustration die zeigt, wo Innovationen aus der Chemie im Haus der Zukunft für mehr Energieeffizienz sorgen, finden Sie im Anhang oder zum Download unter http://www.vci.de/Presse/Infografiken/

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2010 über 170 Milliarden Euro um und beschäftigte mehr als 414.000 Mitarbeiter.

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