Deutscher BundeswehrVerband (DBwV)

Soldaten fordern gerechte Angleichung der Besoldung
Tarifrunde 2000 - DBwV weist Schilys Pläne zurück

    Bonn (ots) - Die Ankündigungen von Bundesinnenminister Otto
Schily, den noch ausstehenden Tarifabschluss für den Öffentlichen
Dienst nicht auf Soldaten zu übertragen, sind beim Deutschen
Bundeswehr-Verband auf scharfe Kritik gestoßen. Der Innenminister
will den Soldaten und Beamten nur einen Inflationsausgleich gewähren.
Der Bundesvorsitzende, Oberst Bernhard Gertz, fordert den
Innenminister auf, endlich zur Vernunft zu kommen. Die Soldaten haben
bereits auf Grund der Versorgungsrücklage jedes Jahr Einbußen von 0,2
Prozent hinzunehmen. Weiteren Verschlechterungen gegenüber
Angestellten und Arbeitern des Öffentlichen Dienstes wird der
Deutsche Bundeswehr-Verband entschiedenen Widerstand entgegensetzen.
    
    "Soldaten lassen nicht alles mit sich machen", so Gertz, der
Verständnis für die Entscheidung der Gewerkschaften des Öffentlichen
Dienstes äußerte, den Schlichterspruch abzulehnen. Nach diesem
Schlichterspruch wären die Löhne und Gehälter der Arbeiter und
Angestellten rückwirkend zum 01. April um 1,8 Prozent sowie in 2001
um weitere 2,2 Prozent gestiegen. Wesentlicher Kritikpunkt war jedoch
die fehlende Perspektive für die Angleichung der Ost- an die
West-Bezahlung. Die im Schlichterspruch vorgesehene Dreistufen-Lösung
bis zu einer Anpassung auf 90 Prozent im Jahre 2002 (01.07.2000 87,7
Prozent, 01.01.2001 88,9 Prozent, 01.01.2002 90 Prozent) bezeichnete
Gertz, übertragen auf die Soldaten, als völlig unakzeptabel. Er
sprach sich deshalb erneut für eine Sonderregelung für die Soldaten
aus. Die Bundeswehr brauche eine sofortige Anpassung der Ost- an die
Westbesoldung, weil die "Armee der Einheit" sonst nicht zu erreichen
sei.
    
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