Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Goldpreis weiter auf Rekordkurs: Was jetzt sinnvoll ist
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Goldpreis weiter auf Rekordkurs: Was jetzt sinnvoll ist
5.000-Dollar-Marke geknackt: Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps für Anleger:innen
Eine Feinunze Gold war vor zwei Jahren gut 2.000 Dollar wert. 2025 erreichte der Goldkurs die 3.000-Dollar-Marke. Und jetzt liegt er bei knapp 5.000 Dollar pro Feinunze. Dies entspricht ca. 4.275 Euro. Diese enorme Wertsteigerung weckt Begehrlichkeiten. Ist es sinnvoll, jetzt noch einzusteigen und bei der Geldanlage auch auf Gold zu setzen? Oder sollte man die aktuellen Höchstkurse eher nutzen, um Goldanteile oder auch Schmuck, Münzen und Zahnkronen verkaufen? „Der Goldkurs steigt nicht zuletzt, weil die politische Weltlage unsicher ist“, sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW. „Aber niemand kann den zukünftigen Verlauf seriös vorhersagen.“ Er gibt Tipps, welche Entscheidungen sinnvoll sein können.
Bleibt der Goldkurs auf Höhenflug?
Seit zwei Jahren erreicht der Goldpreis immer neue Höchststände, und zwar meist schneller als vorhergesagt. Zum Wochenstart stieg der Preis für eine Feinunze auf über 5.100 Dollar. Zuvor gab es bereits einen Anstieg um 8,5 Prozent in nur einer Woche, im Vergleich zum Jahresbeginn 2025 waren es in US-Dollar sogar mehr als 80 Prozent. Auch Silber wurde teurer, hier stieg der Wert zu Wochenbeginn um mehr als sechs Prozent auf 109 Dollar pro Feinunze. Doch es gibt keine Garantie, dass der Wert der Edelmetalle weiter steigt. Gold gilt zwar gemeinhin als krisensicher und als dauerhafter physischer Schatz im Portfolio. Doch es gab auch Jahre mit Preisstagnation oder auch Phasen, in denen der Goldkurs in kurzer Zeit ein Drittel seines Wertes verloren hat.
Lohnt es sich, jetzt Gold zu kaufen?
Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen verliert physisches Gold nie vollständig seinen Wert. Jetzt einzusteigen, kann lohnend sein, wenn der Wert weiter deutlich steigt. Dafür sprechen das knappe Angebot, die große Nachfrage und die volatile Weltlage. Doch man sollte sich nicht blenden lassen: Gold ist keine sichere Anlageform. Es bringt weder Zinsen noch Dividenden. Ertrag bringen nur die Kurssteigerung und mögliche Währungsgewinne, falls der Dollar bis zum Zeitpunkt des Verkaufs gegenüber dem Euro an Wert gewinnen sollte. Für Kleinanleger:innen kann eine Beimischung von maximal zehn Prozent des Vermögens in Gold sinnvoll sein. Gerade in unruhigen Börsenzeiten kann Gold ein stabilisierender Faktor im eigenen Portfolio sein.
Was kostet es, Gold zu kaufen?
Beim Goldkauf fällt ein sogenanntes Aufgeld an. Um dies möglichst klein zu halten, lohnt es sich, verschiedene Angebote einzuholen und miteinander zu vergleichen. Auch wichtig: Je kleiner die Goldmenge, desto teurer der Kauf. Es ist also besser, eine bestimmte Menge auf einmal zu kaufen als mehrmals kleine Einheiten. Außerdem sollten mögliche Zusatzkosten bedacht werden, etwa für die Lagerung in einem Schließfach mit ausreichend hoher Versicherungssumme oder einem Tresor.
Wie verkauft man Gold am besten?
Wer aktuell überlegt, sich von alten Schätzen zu trennen, kann die Rekordwerte beim Goldkurs nutzen, um beim Verkauf gute Gewinne zu erzielen. Aber auch hier fallen Kosten an. Daher ist es ratsam, mehrere Angebote einzuholen. Bei Schmuckstücken ist zu bedenken, dass ein Abschlag für Prüfung, Zertifizierung und/oder Einschmelzen berechnet wird. In der Regel werden zehn bis 15 Prozent abgezogen. Der emotionale oder handwerkliche Wert spielt für Edelmetallhändler zudem oft keine Rolle und wird in der Regel nicht vergütet. Bei der Prüfung sollte man dabei sein und den ungefähren Wert seiner Wertgegenstände kennen. Hier reicht es schon, den aktuellen Goldkurs, das Gewicht des Objekts und den Goldanteil zu kennen.
Rechenbeispiel für den Verkauf von Goldschmuck
Der Goldanteil im Objekt ist erkennbar an der Gravur (333, 585 und 750). Bei 750 bestehen drei Viertel des Gesamtgewichts aus Gold. Eine Feinunze Gold entspricht 31,1 Gramm und ist aktuell (Stand 26.01.2026) knapp 4.275 Euro wert, also etwa 137 Euro pro Gramm. Rechenbeispiel: Auf der Gravur steht der Wert 750 und das Schmuckstück wiegt 20 Gramm. Daraus folgt: Dieses Schmuckstück ist vor Kosten 0,750 (Goldanteil des Schmuckstücks) x 20 (Gewicht des Schmuckstücks) x 137 (Preis pro Gramm in Euro) = 2.055 Euro wert. Seriöse Angebote sollten unter Berücksichtigung der Abschläge zwischen 1.750 und 1.900 Euro liegen.
Weiterführende Infos:
• Mehr zu Gold als Geldanlage: www.verbraucherzentrale.nrw/node/5904
• Was man beim Gold-Verkauf beachten sollte: www.verbraucherzentrale.nrw/node/51721
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