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19.05.2020 – 17:51

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Deutschrap - Brachialer Rap mit Sinn & Verstand?

Deutschrap - Brachialer Rap mit Sinn & Verstand?
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Rapmusik und Deutschrap zählen zur Unterhaltungsmusik. Dennoch gibt es verschiedene Rapper, die textlich und kompositorisch einen hohen künstlerischen Anspruch verfolgen. Rapper wie z.B. Demskut aus Berlin schaffen es trotz brachialer Texte und einem hohen Unterhaltungswert, innovative Details in den Aufbau und die Sprechgesangsstrophen zu integrieren.

Gibt es überhaupt einen eigenen deutschen Rapstil?

Bei dem Großteil der Rap-Songs in den deutschen Charts handelt es sich um gut produzierte Plagiate amerikanischer und französischer Künstler. Ein kleines Beispiel hierfür wäre zum Beispiel der Titel „Ohne mein Team“ von Bonez MC & RAF Camora. Nach Meinung der Redaktion eine eindeutige Kopie des Titels „Afro Trap Part 5 (Ngatie Abedi)“ des französischen Rappers MHD. Der Begründer des Afro Traps reagierte auf den Song mit Humor und gab zudem noch Tipps zur Verbesserung des von ihm erfundenen Rapstils „Afro Trap“. Ein weiteres Beispiel wäre „Jäger“ von Luciano, welches „All Ways“ von Tizzy und Brandz stark ähnelt. Aus Marketingtechnischer Sicht nachvollziehbar. Schließlich ist das wirtschaftliche Risiko, ein am Markt funktionierendes Produkt zu kopieren, deutlich geringer als etwas völlig Neuartiges zu platzieren.

Das Land der Dichter & Denker: Interessante Ansätze für deutsche Rapmusik

Sucht man nach Innovationen im Deutschrap oder sogar nach einer individuellen deutschen Raprichtung, bleibt oft nur der Blick in den Untergrund. Durch den fehlenden kommerziellen Druck bzw. die Abwesenheit einer Majorlabel-gesteuerten Vermarktungsstrategie lassen sich hier so manche Juwelen entdecken. Der eingangs erwähnte Künstler Demskut aus Berlin (https://www.demskut.de) verfolgt zum Beispiel eine Art cineastischen Ansatz, den er „Filme für die Ohren“ nennt. Sein 2008 erschienenes Album „Die Geschichte von Dr. J-Kill & Mr. Tight“ stellt eine auf Hip Hop basierende Interpretation von Robert Stevensons „Der seltsame Fall von Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ dar. Das Konzeptalbum ist – analog zum klassischen Drama – in fünf Kapitel unterteilt, die auf der CD durch kurze Sprechertexte von Reiner Schöne eingeleitet werden. Jedes Kapitel weist dabei eine eigene Tonalität auf. Demskut übernimmt die Rolle der beiden rappenden Hauptcharaktere, die sich durch Stimme und Stil voneinander unterscheiden. Trotz der zusammenhängenden Geschichte, die in schriftlicher Form in einem 20-seitigen Booklet zu finden ist, funktioniert jeder der 19 Tracks eigenständig. Jeder Titel setzt sich dabei mit einem ausgewählten, dem jeweiligen Charakter entsprechenden Thema auseinander.

Im März 2020 veröffentlichte Demskut die neue von Isy Beatz produzierte EP „Kapitel 01“. Die erste auffällige Innovation ist hierbei das Format. Der Berliner Rapper vertreibt die EP nicht nur digital auf den bekannten Streaming-Plattformen, sondern auch physisch auf einem so genannten StickTape®. Dabei handelt es sich um eine gestaltete USB-Speicherkarte auf der sich die Lieder befinden. Zudem erhält der Käufer zusätzlich eine praktische Speichermöglichkeit im Visitenkartenformat. Auch wenn auf „Kapitel 01“ keine zusammenhängende Geschichte präsentiert wird, bildet jeder Song für sich eine eigene. Dazu werden neben abwechslungsreichen langsamen und schnellen Passagen viele Rap Innovationen gezeigt, die es selbst im amerikanischen und französischen Rap bisher noch nicht gab. Auf dem Titel „Zeitvertreib“ rappt Demskut sogar rückwärts. Auch thematisch betritt Demskut auf vielen Tracks Neuland. Der Titel „Kikeriki“ beispielsweise vergleicht den heutigen Musikkonsum mit industriell gefertigten Chicken Nuggets. „Meene Kleene“ ist eine Hommage an die Erde, wobei der Hörer zunächst denkt, dass das Lied einer Frau gewidmet sei. Ein weiterer interessanter Titel („Dunkel war die Nacht“) verbindet die Themen „Tod“ und „Party" miteinander. Die schlagerartige Hook wäre ein Ansatz für eine individuelle deutsche Raprichtung. Denn Schlager zählt nicht nur zu den beliebtesten Musikrichtungen in Deutschland, sondern ist vielmehr Bestandteil der Deutschen Kultur – unabhängig davon wie sich die persönliche Meinung zu dieser Musikrichtung gestaltet. Demnach wäre eine Kombination dieser Richtung mit Rap ein möglicher Ansatz einen eigenen deutschen Rapstil zu kreieren. Auch „Die Atzen“ verfolgten mit Ihrem „ballermannartigen" Schlager-Rap etwas Vergleichbares und erzielten mit diesem eigenen Stil sogar international große Erfolge. Es bleibt abzuwarten, wie sich Deutschrap weiterentwickelt. Ein wenig mehr Individualität wäre wünschenswert. Vielleicht können internationale Interpreten zukünftig einen deutschen Rapstil erkennen und kopieren diesen sogar. Schließlich ist Deutschland bekannt als Land der Dichter und Denker.

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