DIE ZEIT

Giovanni di Lorenzo in der ZEIT: "Meine Heimat ist die deutsche Sprache"

    Hamburg (ots) - Giovanni di Lorenzo, 42, Chefredakteur des
Berliner Tagesspiegel, Autor und Moderator der Talkshow III nach 9
spricht in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT über seine
Lehrjahre.
    
    Di Lorenzo wuchs in Rimini auf, sein Großvater hatte eine
Wollfabrik - "für uns Kinder war sie das Paradies" und ging dort auf
die Volksschule. Nach der Promotion seines Vaters übersiedelte die
Familie nach Rom. "Vater war sehr intellektuell. Wegen seines
ausgeprägten Bildungsticks habe ich ihn immer als so etwas empfunden
wie heute das dritte Programm. Doch ein Fernseher kam ihm nicht ins
Haus. Die Sonntage gehörten Proust, russischen Pianisten oder so."
    
    Nach der Trennung der Eltern zog di Lorenzo mit seiner Mutter nach
Hannover, für ihn "die Hölle auf Erden". Er war 15 und
Schülersprecher, als ein Oberstudienrat vor versammelter Klasse
erklärte: "Di Lorenzo - diesen Itaker sollte man aufhängen". Das
Ratsgymnasium war stockkonservativ und "ich sehr aufsässig, mit
Haaren bis zu den Hüften". Beim Wechsel an die linke Tellkampfschule
mit Biotop und kiffenden Lehrern liess er sich die Haare schneiden
als Reaktion auf den dortigen Linkskonformismus.
    
    Das Berufspraktikum brachte di Lorenzo zur Hannoverschen Neuen
Presse. An Journalismus hatte er nie gedacht: "Psychoanalytiker, das
wollte ich werden". Michael Radtke, Leiter des Ressorts Kultur,
Fernsehen, Unterhaltung habe er viel zu verdanken: "Er nahm mich
unter die Fittiche und machte sich die Mühe, mir meine Texte um die
Ohren zu hauen. Drastischer ging es nicht. Aber mit der Grundhaltung:
Ich finde dich gut." Er  merkte bald: "Ich möchte nie wieder etwas
anderes machen als Journalismus!" Seine Mutter ging nach Italien
zurück, er blieb in Hannover. "Ich hatte mich entschieden: meine
Heimat ist die deutsche Sprache."
    
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 36/2001 mit
    Erstverkaufstag am Donnerstag, 30. August 2001, ist unter
    Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
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