DIE ZEIT

ZEIT: Kirschner fordert nach dem Rückruf von Lipobay strengere Zulassungsregeln für Medikamente
Kritik am "Quasi-Informationsmonopol der Pharmaindustrie"

    Hamburg (ots) - Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des
Deutschen Bundestages, Klaus Kirschner (SPD), fordert strengere
Vorgaben für die Zulassung von Arzneimitteln als Konsequenz aus den
Todesfällen im Zusammenhang mit dem Medikament Lipobay der Firma
Bayer. "Die Zulassungsverfahren für Langzeit-Therapien müssen
verschärft, Langzeit-Studien müssen zwingend vorgeschrieben werden",
schreibt Kirschner in einem Beitrag für die Wochenzeitung DIE ZEIT,
den er gemeinsam mit Peter Schwoerer vom Medizinischen Dienst der
Krankenversicherung Baden-Württemberg verfasst hat.
    
    Außerdem wollen Kirschner und Schwoerer den Kenntnisstand von
Ärzten und Medizinstudenten über die Wirkungsweise von Medikamenten
verbessern. Dafür müssten die Approbationsordnung für Ärzte und die
Weiterbildungsordnung für Fachärzte geändert werden.
Arzneimittelherstellern solle untersagt werden, Medikamente mit
Preisnachlässen an Klinikapotheken abzugeben. Der Fall Lipobay, so
Schwoerer und Kirschner, zeige "die Folgen des
Quasi-Informationsmonopols der Pharmaindustrie".
    
    
         Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 34/2001 mit
         Erstverkaufstag am Donnerstag, 16. August 2001, ist unter
         Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
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