DIE ZEIT

ZEIT: Jan Ullrich vor der Tour de France: Training ist "wie Opium aus dem eigenen Körper zu holen"

    Hamburg (ots) - Obwohl er bereits in jungen Jahren "finanziell
ausgesorgt" habe, will es Jan Ullrich als Kapitän des Teams Telekom
bei der am Wochende beginnenden Tour de France noch einmal wissen.
Ullrich, der am letzten Sonntag die Deutsche Meisterschaft für sich
entschied, schränkte aber auch ein: "Ich muss nicht immer der Beste
sein!"
    
    Wie er in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT sagte,
wolle er vom Thema Doping nichts mehr hören, "ich bin legal". Jan
Ullrich erinnerte an die besondere Schwere seines Sports, etwa, wenn
ein Fahrer über dem Limit fahre: Der Geschmack von Blut im Mund
bisweilen, der Körper, der immer mehr Laktat produziere, Milchsäure,
die in den letzten Muskel zieht, man fühlt sich "wie klinisch tot".
    
    Trotzdem liebe er seinen Sport nach wie vor. "Ich finde es schön,
mich auf eine Anhöhe hinaufzuquälen", wenn man dies doppelt so
schnell könnte "wie ein Touristikerfahrer", dann sei dies "ein Gefühl
von Glück". Gerade das Training im Frühjahr sei so, "wie Opium aus
dem eigenen Körper zu holen. Plötzlich ist der Kopf ganz klar."
Großen Zweifel äußerte Jan Ullrich, ob die Leistung eines
Radrennfahrers hinreichend respektiert werde. Würdigen könne man
diesen Sport "nicht annähernd genug".
    
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 28/2001 mit
    Erstverkaufstag am Donnerstag, 05. Juli 2001, ist unter
    Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
    Wortlaut des ZEIT-Interviews kann angefordert werden.
    
    
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