DIE ZEIT

Theaterverlegerin Ute Nyssen in der ZEIT zur aktuellen Theaterdebatte: Missachtung der Autoren erzeugt Publikumsschwund in den Theatern

    Hamburg (ots) - Die renommierte Kölner Theaterverlegerin Ute
Nyssen hat in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT einen
Zwischenruf zur aktuellen Theaterdebatte veröffentlicht. Die
wichtigste Größe des Theaters, der Dramatiker, werde in Deutschland
seit Jahrzehnten vernachlässigt. Nach 1968 und den Zeiten der
Mitbestimmung sei an die Stelle des Star- und Intendantentheaters das
Regietheater getreten, das zu einer entscheidenden Abwertung des
Autors geführt habe. Regisseure und Dramatiker hätten die Autoren vom
"Futtertrog" vertrieben und alte Texte oftmals einfältigen
"Aktualisierungen" unterzogen.
    
    Nyssen: "Die Veränderungswut gegenüber dem Text, ja schon die
jahrzehntelange Bevorzugung von Klassikern, hatte allzu oft in der
Habgier der Regisseure ihren Grund. Sie konnten sich mit
Übersetzungen und "Bearbeitungen" zusätzlich zur Gage noch eine
Tantieme ergattern. So seien viele spielenswerte neue Stücke an den
Theatern "mit liebloser Gleichgültigkeit" verhindert worden. Die
Missachtung aktueller Autoren sei ein wichtiger Grund für den
Publikumsschwund in den Theatern. Von diesem Schwund sei fatalerweise
nur der Autor direkt finanziell betroffen. Weiterhin beklagt Ute
Nyssen den fehlenden Mut vieler Gegenwartsdramatiker, sich  mit den
wirklich Mächtigen "anzulegen": Auch im Falle der deutschen Dramatik
werde die "Drecksarbeit" nicht mehr von Deutschen erledigt.
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 22/2001 mit
Erstverkaufstag am Mittwoch, 23. Mai 2001, ist unter Quellen-Nennung
DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der Wortlaut des ZEIT-Textes kann
angefordert werden.
                                                                                          
                                                                        
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