Der Regisseur Ang Lee hat seinem verstorbenen Vater wichtige Inspirationen zu verdanken

Hamburg (ots) - "Wir hatten eine klare und beständige Beziehung, die ich heute immer noch in meinen Filmen fortschreibe", sagte Lee dem ZEITmagazin. Die Hauptfigur in seinem Film "Life of Pi" leide darunter, "dass er sich von seinem Vater nicht verabschieden konnte". Das habe er selbst so ähnlich erfahren: Sein Vater "hatte einen Schlaganfall und starb innerhalb von 45 Minuten. Ich war an einem Flughafen und telefonierte mit ihm über das Handy. Er lag schon im Sterben."

Das Urteil seines Vaters sei immer sehr wichtig für ihn gewesen: "Ich wollte ihn immer stolz machen", sagte Lee. "Ich fürchtete ihn. Ich hatte Angst, ihn zu enttäuschen. Das ist ein großer Teil meines Lebens. Immer noch."

So habe er zum Beispiel nach den Dreharbeiten zu "The Hulk" mit dem Filmemachen aufhören wollen: "Denn ich fühlte mich ausgebrannt." Doch sein Vater habe ihm gesagt: »Mach weiter! Du musst deinen nächsten Film machen! Du bist noch nicht alt. Du wärst ein schlechtes Beispiel für deine Kinder.« Das sei "das erste Mal überhaupt" gewesen, dass sein Vater, der das Filmemachen lange Zeit sehr skeptisch sah, ihm so etwas gesagt habe. "Und ich nahm es sehr ernst", sagte Lee. Der Film, den er dann drehte war "Brokeback Mountain": "Der Film war für meinen Vater, weil er mich zum ersten Mal ermutigt hatte, Filme zu machen."

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