DIE ZEIT

ZEIT: Eine neue Kommission soll die Evaluierung der auswärtigen Kulturpolitik überprüfen - betroffen sind besonders die Goethe-Institute

    Hamburg (ots) - Die Kulturabteilung des Außenministerums hat eine
Initiative ergriffen - die gesamte auswärtige Kulturpolitik soll
"evaluiert" werden, berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer
jüngsten Ausgabe. Vergangene Woche entschieden der Leiter der
Kulturabteilung und die fünf Generalsekretäre der kultur- und
bildungspolitischen Einrichtungen (DAAD, Humboldt-Stiftung, Deutscher
Musikrat, Institut für Auslandsbeziehungen, Goethe-Institut), dass
der Romanist Andreas Kablitz, Lehrstuhlinhaber an der Universität
Köln und Leibniz-Preisträger von 1997, die Evaluierung vorbereiten
und koordinieren soll. Ende Juni soll sich die Expertenrunde zu einem
ersten Workshop in Berlin treffen.
    
    Diese Entscheidung hängt mit dem deutschen Sparplan zusammen: Der
Vierjahresplan zur Sanierung der öffentlichen Haushalte hat
bekanntlich auch das Goethe-Institut mit seinen 129 Außenstellen
getroffen. Es muss seine Ausgaben bis 2002 dauerhaft um 12 Prozent
oder 28 Millionen Mark kürzen. In der jüngsten Vergangenheit wurden
allein in Westeuropa und Nordamerika 25 Goethe-Institute geschlossen.
Viele Institute in Frankreich und Italien werden nach angekündigter
Schließung in Gemeinschaftseinrichtungen mit lokalen Partnern
überführt.
    
    Die Evaluierer werden sich Schwerpunkte setzen müssen. Es gibt
viele unbequeme Fragen, wie zum Beispiel den Sprachunterricht. In
vielen westeuropäischen Ländern, den reichen Industrienationen,
verschlingt er hohe Subventionen, während er in den neu eröffneten
Instituten Mittel - und Osteuropas kostendeckend organisiert wird -
mit Hilfe freier Partner, die einheimische Deutschlehrer beschäftigen
- diese beherrschen zwar die Grammatik, wissen aber nur wenig vom
Land.
    
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 15/2001 mit
    Erstverkaufstag am Donnerstag, 05. April 2001, ist unter
    Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
    Wortlaut des ZEIT-Textes kann angefordert werden.
                                                                        
                                                    
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