DIE ZEIT

UBA-Präsident Troge: LKW-Maut nicht nur auf Autobahnen

Hamburg (ots) - Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Andreas Troge, hat sich für eine Straßenmaut für PKW ausgesprochen. In einem Interview mit der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT sagte Troge, dass man "längerfristig darüber reden" müsse. Kurzfristig sehe er jedoch nicht, dass eine solche PKW-Maut kommt. Den Plan der Bundesregierung, vom Jahr 2003 an für die Autobahnbenutzung durch schwere LKW eine streckenbezogene Maut zu verlangen, begrüßte Troge als einen "Schritt zu mehr Gerechtigkeit". Allerdings halte er die Beschränkung der Mautpflicht nur auf Autobahnen nicht für sinnvoll.. Durch Verlagerungen des Schwerverkehrs könne die Umweltbelastung sogar steigen. "Das wäre doch widersinnig", sagte Troge. Der UBA-Präsident äußerte sich auch zur Höhe der geplanten LKW-Maut. "Wenn man wirklich die von LKW verursachten Wege und Umweltkosten anlasten will", seien 25 Pfennig pro Kilometer "klar zu wenig". Diesen Betrag hatte eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission ins Gespräch gebracht. Angemessen, so Troge, seien demgegenüber rund 80 Pfennig pro LKW-Kilometer. Um "Anpassungsschocks" zu vermeiden, plädiere er aber für "kleinere, überschaubare Schritte". Ein guter Basiswert für das Jahr 2003 seien 14 Pfennig, die bis zum Jahr 2010 auf 40 Pfennig ansteigen sollten. Umgerechnet auf die zurückgelegte Strecke belastet die bereits seit 1995 bestehende Autobahn-Vignette einen Schwerlaster heute mit rund zwei Pfennig pro Kilometer. Ohne die neue Streckenmaut, warnte Troge, verliere die Bahn weitere Marktanteile. Anlass für kompensatorischen Senkungen der Kfz- oder der Mineralölsteuer sehe er nicht, sagte Troge der ZEIT. Schon der heute bestehende Steuervorteil von Diesel gegenüber Benzin in Höhe von 36 Pfennig pro Liter sei "klimaschutzpolitisch nicht zu rechtfertigen". Auch der verkehrspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Albert Schmidt, sprach sich gegenüber der ZEIT gegen Steuersenkungen als Ausgleich für die LKW-Maut aus. Das komme "überhaupt nicht in Frage", sagte Schmidt. Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 35/2000 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 24. August 2000 ist unter Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der Wortlaut des ZEIT-Interviews kann angefordert werden. ots Originaltext: Die Zeit Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen das Team der ZEIT-Presse- und Public Relations Elke Bunse (Tel. 040/ 3280-217, Fax -558, e-mail: bunse@zeit.de) und Victoria Johst (Tel. 040/3280-303, Fax-570, e-mail: johst@zeit.de) gern zur Verfügung. Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

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