DIE ZEIT

Regisseur Van Sant: Obamas Präsidentschaft nützt den Schwulen

Hamburg (ots) - US-Regisseur Gus Van Sant ist überzeugt, die Präsidentschaft von Barack Obama werde den Rechten der Schwulen nutzen. Er sei sicher, sagte Van Sant der ZEIT, Obama fühle sich "aus religiösen Gründen nicht in der Lage, für die Homo-Ehe" einzutreten. "Aber ich hoffe, er wird seine Haltung ändern. 'Change is possible!' - das sind seine Worte", sagte der Regisseur, dessen Film "Milk" über den 1978 erschossenen schwulen Stadtrat von San Francisco, Harvey Milk, für acht Oscars nominiert ist. "Milk" wird auch auf der diesjährigen Berlinale laufen.

In der ZEIT äußerte sich der wichtigste unabhängige Regisseur Amerikas begeistert über die Zusammenarbeit mit seinem Hauptdarsteller Sean Penn in "Milk". Es sei nicht nötig gewesen, mit Penn über die Darstellung von Harvey Milk zu sprechen: "Als ich ihn zum ersten Mal bei sich zu Hause besuchte, um über die Rolle zu reden, sagte er: 'Eigentlich brauchen wir nichts zu besprechen. Ich lerne meine Zeilen und komme dann einfach zum Dreh'."

Seit dem Attentat auf Harvey Milk, sagte Van Sant, habe sich sein Land entscheidend gewandelt: "Amerika hat sich verändert, aber wir sind noch lange nicht am Ende." Van Sant nennt ein Beispiel: "Zur Zeit von Harvey Milk konnten zwei Männer in Amerika nicht gemeinsam in einer Bar tanzen, ohne Gefahr zu laufen, verhaftet zu werden. Wir haben wirklich an Boden gewonnen."

Van Sant der auch zur Berlinale kommen wird, zeigt sich seit jeher begeistert von der Selbstverständlichkeit des schwulen Lebens in Berlin. "Mir gefiel die Lässigkeit dieser Stadt, in der jeder so sein kann, wie er ist." Mit "Milk", sagte Van Sant, habe er einen Film über einen mutigen Aktivisten gedreht, er selbst sei jedoch sehr schüchtern: "Ich habe keinerlei Schwulenaktivisten- oder eine andere Aktivistengeschichte. Ich war immer die Schande meiner Schwulengemeinde in Portland. Ich nehme nicht an Schwulenparaden teil und auch nicht an den Paraden der Heteros."

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 7 vom 5. Februar 2009
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