DIE ZEIT

Issey Miyake: Sich zu parfümieren galt in Japan lange als aufdringlich

Hamburg (ots) - Japans bekanntester Modedesigner und Erfinder des Parfüm-Klassikers "L'Eau d'Issey", der siebzigjährige Issey Miyake, sagte dem ZEITmagazin, dass es schwer für ihn gewesen sei, einen japanischen Duft zu schaffen, weil Düfte in Japan sehr unüblich gewesen seien. Sich zu parfümieren galt lange als aufdringlich. Er selbst sei einmal nicht in ein Restaurant eingelassen worden, weil er einen Duft aufgetragen hatte. Ein Duft habe ein anderes Publikum als die Mode. "Die meisten Leute, die dein Parfüm kaufen, kennen deine Mode gar nicht. Sie wissen nichts über dich, und trotzdem umgeben sie sich mit einem Stück von dir."

Für Issey Miyake sollte das Parfüm nach Wasser riechen und weiß sein. Die Farbe Weiß und Wasser waren die Bestandteile seiner einfachen Botschaft: "Ich wollte, dass die Menschen sich mit dem Element benetzen, das unser Leben bedeutet." Der Erfolg gab ihm recht. Seit mehr als 15 Jahren zählt sein Parfüm zu den 20 beliebtesten Düften weltweit.

Miyake, der seine Familie im Alter von sieben Jahren durch die Atombombe von Hiroshima verloren hatte, kann bis heute nicht über diese Erinnerung reden. Diesen Tag habe er aus seinem Leben ausgeschlossen. Er lebe jetzt in einer besseren Welt - in der niemand sterben muss, wo die ganze Zeit das Leben, der Mensch, die Zukunft gefeiert werden. Wo alles voller Möglichkeiten ist. Wo niemand im Atomfeuer sterben muss, eine Welt voller Frieden und Vergebung.

Den kompletten ZEIT-Text der ZEIT Nr.45 vom 30. Oktober 2008 senden wir Ihnen für Zitierungen gern zu.

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