DIE ZEIT

Musikmanager Dieter Gorny fordert zeitgemäßes Copyright

Hamburg (ots) - Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie hat angesichts anhaltender Probleme der Musikbranche mit Raubkopierern Änderungen am Copyright gefordert. "Wir brauchen dringend ein zeitgemäßes Copyright", sagte Gorny der ZEIT. "Wir brauchen ein Bewusstsein für den Wert von Kreativität. Eine Gesellschaft, die mit Kunst so umgeht, wie es momentan der Fall ist, verliert sich, ökonomisch wie inhaltlich. Deshalb wünsche ich mir eine Debatte, die auch vonseiten der Politik auf Augenhöhe geführt wird, damit wir nicht immer fünf Jahre hinter der technologischen Entwicklung herhinken. Das, was wir im Musikbereich gerade erleben, ist ja längst dabei, auf andere Sparten überzugreifen, das Kino, den Buchmarkt, den Printbereich."

Der frühere Chef des Musiksenders Viva klagte über fehlendes Unrechtsbewußtsein vieler Internetnutzer, obwohl die Musikindustrie hart gegen illegale Downloads vorgeht: "Deshalb fordere ich eine Debatte über den gesellschaftlichen Wert von Kreativität: Die Leute müssen einsehen, dass illegale Downloads Diebstahl sind."

Gorny sagte, als erste Branche der Kreativwirtschaft sein die Musikindustrie "massiv von der Tatsache betroffen, dass das Produkt, das wir herstellen, einerseits einen spannenden, wichtigen, neuen Vertriebsweg übers Internet findet, andererseits aber das Internet die Verkaufbarkeit der Musik schwierig macht. In der letzten Dekade haben wir fieberhaft nach einem Umgang mit dieser neuen Situation gesucht. Zu einer Lösung können wir nur kommen, wenn wir realisieren, dass alle in einem Boot sitzen: die sogenannte Industrie, aber auch die Künstler, und letztlich auch die Konsumenten."

Seit dem Jahr 2000 ging der Umsatz der weltweiten Musikindustrie von 40 Milliarden CDs auf 29,9 Milliarden Stück zurück, was vor allem auf illegale Downloads aus dem Internet zurückgeführt wird.

Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 41 vom 1. Oktober 2008 senden wir Ihnen für Zitierungen gern zu.

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