DIE ZEIT

Wilhelm Wieben: Ich brauche meinen Freiraum

Hamburg (ots) - Tagesschau-Legende Wilhelm Wieben kann zu viel Nähe nur schwer ertragen: "Ich hatte als Kind nie ein eigenes Zimmer, nie ein eigenes Bett", sagt er im aktuellen ZEITmagazin, "deswegen brauche ich meinen Freiraum". 14 Tage habe er einmal mit einem Mann zusammengelebt: "Es war eine Katastrophe."

Wieben, dessen Homosexualität 1995 durch eine Äußerung von Inge Meysel bekannt wurde, hat das seiner langjährigen Freundin nicht übel genommen: "Geoutet werden kann ja nur, wer etwas zu verbergen hat." In seinem privaten Umfeld sei er ohnehin schon früher offen damit umgegangen: Als er 40 Jahre alt gewesen sei, habe er eine "Erleuchtung der fast religiösen Art gehabt", als er in Hamburg die Elbchaussee entlang gefahren sei und beschlossen habe, sich fortan so zeigen, wie er sei.

Wieben, der vor zehn Jahren zum letzten Mal die Tagesschau ansagte, erinnert sich auch an seine Jugend. Als junger Mann sei er vor allem von Mädchen angehimmelt worden. Sie hätten ihn wegen seiner "hübschen Augenbrauen bewundert", so Wieben, "das war mir natürlich nicht unangenehm".

Wieben, heute 73, war auch ein vielbeschäftigter Theaterschauspieler, der unter anderem mit Judy Winter und Vadim Glowna spielte. Er sei aber immer sehr selbstkritisch gewesen: "Ich war nie von einem großen Können meinerseits überzeugt, ich hatte viele Komplexe." Auch während seines 26-jährigen Wirkens als Sprecher der 20-Uhr-Tagesschau hatte Wieben Distanz zu seinem Beruf: "Zum Glück war ich in meinem Selbstverständnis nie von einem Millionenpublikum abhängig."

Pressekontakt:

Den kompletten ZEIT-Text der ZEIT Nr. 36 vom 28. August 2008 senden
wir Ihnen für Zitierungen gern zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich
bitte an Elke Bunse, DIE ZEIT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, E-Mail: elke.bunse@zeit.de)

Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: DIE ZEIT

Das könnte Sie auch interessieren: