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Wall-Street-Legende Perella kritisiert Vergütungspraxis der Banken

Hamburg (ots) - Wall-Street-Legende Joseph Perella sieht in der Vergütungspraxis der Banken eine wesentliche Ursache der Finanzkrise. "Da schießen in einem Jahr die Gewinne hoch, und ein Tophändler bekommt 50 Millionen Dollar. Im Jahr darauf ist der ganze Gewinn weg, aber der Mann muss das Geld nicht zurückgeben", kritisiert Perella gegenüber der ZEIT. Peter Weinberg, Perellas Partner in der Investmentfirma Perella Weinberg, fordert Reformen. "Am besten ist es, die Vergütung in die Zukunft zu verlegen. Im Idealfall würde der Vorstand seine Pensionszahlung erst fünf Jahre nach seinem Abschied bekommen", sagt Weinberg im gemeinsamen Interview.

Eine schärfere staatliche Regulierung der Banken ist für Perella die falsche Antwort auf die Finanzkrise: "Wall Street erfindet ständig etwas Neues, das niemand so richtig versteht. Der Auslöser kann sogar eine neue Regulierung sein, weil Vorschriften manchmal ein bestimmtes Verhalten hervorrufen." Auch Partner Weinberg glaubt an die Kraft des Marktes und verweist auf die 1000 Milliarden Dollar, die die Finanzbranche nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds durch die Kreditkrise verlieren wird: "Das wird das Problem lösen - nicht mehr Regulierung."

Joseph Perella, 66, ist ein Veteran der Wall Street. Nach mehr als 15 Jahren bei der Bank First Boston gründete er 1988 die Investmentbank Wasserstein Perella, die später von der Dresdner Bank übernommen wurde. Viele Jahre in der Führungsspitze von Morgan Stanley tätig, formte Perella 2006 zusammen mit Peter Weinberg, einem Topmanager von Goldman Sachs, die Finanzfirma Perella Weinberg.

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 23 vom 29. Mai 2008 senden
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