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Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel verteidigt Turbo-Abitur

Hamburg (ots) - Der frühere Ministerpräsident von Thüringen Bernhard Vogel verteidigt das so genannte Turbo-Abitur nach zwölf Schuljahren. In Thüringen und Sachsen gebe es das Abitur nach zwölf Jahren schon seit 1990 mit guten Erfahrungen, sagt der CDU-Politiker der ZEIT. "Wenn es zwei Länder gibt, in denen seit achtzehn Jahren ein achtjähriges Gymnasium erfolgreich arbeitet, kann es doch kein unüberwindbares Hindernis sein, nun auch in den übrigen Ländern zu einem achtjährigen Gymnasium zu kommen."

Aus Vogels Sicht würden die Abiturienten in Thüringen nicht den Eindruck machen als seien sie unaufhörlich überfordert. Er regiert damit auf Kritik, wonach das Turbo-Abitur Schüler zu stark belaste und ihnen Zeit zum Spielen oder für den Sport raube.

Die Leistungen der Schüler seines Bundeslandes hätten nicht unter der Verkürzung gelitten, erklärt Vogel: "Ich bin noch keinem Professor begegnet, der sich über thüringische Studenten beklagte oder mir gesagt hätte, die Abiturienten seien schlechter auf das Studium vorbereitet als die aus Bayern oder Rheinland-Pfalz."

Vogel sieht sich heute darin bestätigt, bei seinem Amtsantritt als Ministerpräsident vor sechzehn Jahren innerhalb der Kultusministerkonferenz beharrlich für das zwölfjährige Abitur gekämpft zu haben. Schon damals sei er der Meinung gewesen, "dass es falsch wäre, die deutschen Schüler ein Jahr später in die internationale Konkurrenz auf die Hochschulen zu schicken".

Das Abitur nach zwölf Jahren als europäischen Standard einzuführen, war für Bernhard Vogel, Ministerpräsident in Thüringen von 1992 bis 2003, ein "großer Fortschritt".

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