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Laut Studie zu wenig kinderreiche Familien in Deutschland

Hamburg (ots) - An der niedrigen Geburtenrate in Deutschland ist nicht in erster Linie die hohe Zahl von Kinderlosen schuld, sondern die vergleichsweise geringe Anzahl von Familien mit drei oder mehr Kindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine bisher nicht veröffentlichte Untersuchung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Das berichtet die ZEIT unter Berufung auf die Studie des Berliner Soziologieprofessors Hans Bertram.

"Die genauere Analyse", heißt es in der Studie, "macht deutlich, dass der größte Teil des Geburtenrückgangs in Deutschland auf den Rückgang der Mehrkindfamilie zurückzuführen ist". In allen europäischen Ländern gebe es diese Entwicklung, in Deutschland sei sie aber besonders stark. Das liege vor allem daran, dass es hierzulande besonders wenig Familien mit drei Kindern gebe. "Waren es bei den 1935 geborenen Frauen noch 20 von hundert Frauen, die drei Kinder hatten, sind es heute noch etwa 12 Prozent", rechnet Bertram vor. In den Nachbarländern sind es 18 bis 22 Prozent.

"Entgegen der öffentlichen Debatte ist die Kinderlosigkeit von Frauen mit Hochschulabschluss deutlich zurückgegangen, nämlich von 40 Prozent in 1971 auf rund 30 Prozent in 2004", heißt es ferner in der Studie. Ob Frauen und Männer sich für Kinder entschieden, hänge zudem weniger stark vom Bildungsgrad ab als bisher angenommen.

Bertram empfiehlt, kinderreiche Familien stärker als bisher zu fördern. Familienministerin Ursula von der Leyen will daher die Kindergeld-Leistungen stärker als bisher nach der Familiengröße staffeln.

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