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Harald Schmidt kann sich Kurt Beck als Kanzler vorstellen

Hamburg (ots) - Der Moderator Harald Schmidt kann sich den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck als Bundeskanzler vorstellen. In einem Interview mit der ZEIT sagt Schmidt: "Kurt Beck würde innerhalb von 14 Tagen in das Amt hineinwachsen. Er ist ein erfahrener Politiker, der Seilschaften hat und die Mechanismen kennt, der in Rheinland-Pfalz gut trainiert hat. Ich selbst hätte mit einem Kanzler Beck keine Probleme. Ich glaube wirklich, dass kein Komplettausfall in den Job kommt. Dazu sind zu viele Sicherungen vorab eingebaut." Ohnehin sei Deutschland "Gesamt-Rheinland-Pfalz".

Ehrlichkeit könnten Politiker sich nicht erlauben, so Schmidt. "Ein Politiker, der im Wahlkampf sagt: 'Ihr müsst selbst gucken, wie ihr auf die Beine kommt, der Staat hilft nur im Extremfall', braucht gar nicht anzutreten. Ich bin aber weder politikverdrossen, noch sage ich: Warum findet sich keine Elite mehr? Ich bin froh, dass es noch Leute gibt, die diesen Job machen. Ich finde es wahnsinnig anstrengend und nicht besonders gut bezahlt."

Bislang habe ihn kein politisches Ereignis richtig erschüttert, sagt Schmidt. Über die deutsche Einheit habe er sich nicht gefreut: "Ich saß beim Frühstück in Düsseldorf, als ein Redakteur aus Berlin anrief und schrie: Du, die haben heute Nacht die Mauer aufgemacht! Als ich gesehen habe, wie man jubelnd von oben auf die Trabbis geschlagen und sich umarmt hat, wusste ich, diese Freude dauert nicht lange. Aber natürlich finde ich toll, wie das gelaufen ist, ohne einen Schuss, ohne einen Toten. Was mich betrifft, zahle ich auch das Geld gerne, das dafür rübergepumpt wird. Auch das trägt zu Stabilität bei."

Schmidt sagt außerdem, er selbst habe sich früher zwar für einen Linken gehalten, dies sei aber "Folklore" gewesen. "Meine Entwicklung ist unmittelbar an die von Rezzo Schlauch gekoppelt. Ich bin nicht so dick, aber es läuft nach demselben Muster: Erst stellt man fest, dass der erste linke Chef aus dem Ort plötzlich einen Mercedes hat. Dann hat der nächste Linke eine tolle Wohnung. Irgendwann sagt man: Ich war schon immer für Luxus für alle. Und dann geht es direkt in einen Salonkommunismus über", so Schmidt.

Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 10 vom 28. Februar 2008 senden wir Ihnen gerne zu.

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