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Horst Köhler eröffnete schon 1974 Dritte-Welt-Laden

Hamburg (ots) - Im Kampf gegen die Armut in Afrika hat Bundespräsident Horst Köhler schon vor drei Jahrzehnten ein praktisches Signal gesetzt: Zusammen mit seiner Frau und Freunden gründete er Anfang der siebziger Jahre einen Dritte-Welt-Laden. "Wir waren jung damals, 1969 haben wir geheiratet, und den Laden haben wir 1974 zusammen mit Bekannten eröffnet. Wir wollten etwas Konkretes für die Menschen in armen Ländern tun, vielleicht auch deshalb, weil ich aus einer Familie komme, die selber Armut erlebt hat", sagt Köhler dem ZEITmagazin LEBEN. Köhler hat die Armutsbekämpfung in Afrika in den Mittelpunkt seiner Präsidentschaft gestellt.

"Ich trat für Veränderung durch bessere Information und praktischen Austausch ein. Wenn die Leute bei uns einkauften, bekamen sie immer auch Wissenswertes über die betreffenden Entwicklungsländer mitgeliefert. Wir wollten den Bürgern von Herrenberg auch etwas von der Kultur der Länder vermitteln. Den Laden gibt es übrigens noch heute, er ist Teil des Netzwerks Fairer Handel. Darüber freue ich mich besonders", sagt Köhler, der nach eigenen Angaben auch selbst hinter der Ladentheke in dem baden-württembergischen Ort stand.

Der Bundespräsident kritisiert scharf das Vorgehen internationaler Rohstoffkonzerne in Afrika: "Gerade im Bergbau ziehen ausländische Investoren im Verein mit korrupten Akteuren der Oberschicht oft die Gewinne ab, und für die Entwicklung der breiten Bevölkerung bleibt nicht viel übrig. Die Gewinne aus Afrikas Rohstoffen müssen in meinen Augen vor allem den afrikanischen Völkern selbst zugute kommen. Dafür zu sorgen ist eine wichtige Verantwortung afrikanischer Regierungen, aber auch der internationalen Staatengemeinschaft. Leider lässt auch die westliche Welt hier eigene Glaubwürdigkeit vermissen", sagt Köhler. Allerdings müsse die Gesellschaft des jeweiligen Landes "vor allem selbst gegen die Korruption vorgehen".

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 5 vom 24. Januar 2008 
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