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Oberlandesgericht Koblenz hält Lars Windhorst für einen Betrüger

Hamburg (ots) - Der frühere Unternehmer und Pleitier Lars Windhorst, der heute als Beteiligungsmanager arbeitet, ist nach Einschätzung des Oberlandesgerichts Koblenz ein Betrüger. "Es spricht viel dafür, dass der Zeuge Windhorst einen Eingehungsbetrug begangen hat", heißt es in einem Urteil des Gerichtes vom 9. November 2007, das der ZEIT vorliegt.

Windhorst habe sich "in einer desaströsen finanziellen Situation" befunden, als er im März 2001 ein Darlehen von 20 Millionen D-Mark von dem Hamburger Unternehmer Ulrich Marseille nahm. Windhorst habe zu dieser Zeit davon ausgehen müssen, dass er zur vollständigen Rückzahlung des Geldes nicht in der Lage sein würde.

Das Urteil wurde allerdings in einem Verfahren gesprochen, das sich nicht gegen Windhorst selbst richtete, sondern gegen einen früheren Mitarbeiter des Bankhauses Warburg in Luxemburg. Marseille beschuldigte den Banker in seiner Klage, Windhorst bei dessen Täuschungsmanövern geholfen zu haben. Er konnte aber nicht beweisen, dass der Mann "vorsätzlich einen die Handlung des Zeugen Windhorst fördernden Tatbeitrag geleistet hat", wie das Gericht meint, und unterlag.

Gegen Lars Windhorst ermittelt in dieser Sache die Staatsanwaltschaft Berlin. Er selbst hat die Vorwürfe über einen Anwalt zurückgewiesen.

Windhorst hat in den vergangenen Woche Schlagzeilen gemacht, nachdem er ein Flugzeugunglück nur knapp überlebt hatte. Die von ihm geführte Beteiligungsgesellschaft Vatas Holding hat sich mit mehr als 18 Prozent an Air Berlin beteiligt.

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