VDE Verb. der Elektrotechnik Elektronik

VDE: Spitzenposition in der Mikro- und Nanotechnik ausbaufähig
Weltkongress für Mikrotechnologien auf der Expo 2000

Frankfurt/Hannover (ots) - Ein Weltkongress zur Weltausstellung: Die EXPO 2000 bildet den Rahmen der MICRO.tec 2000, des Weltkongresses für Mikro- und Nanotechnologien, zu dem der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik einlädt. Vom 25. bis 27. September werden 2000 Teilnehmer in der EXPO-Stadt erwartet. Nach Ansicht des VDE gehören die Mikro- und Nanotechnik zu den technologischen Gebieten, auf denen Deutschland Spitzenleistungen hervorbringt und im weltweiten Vergleich eine hervorragende Position einnimmt. Die internationale VDE-Konferenz ist die weltweit erste ihrer Art, die sich mit allen Aspekten der Mikro- und Nanotechnologien befasst. Der Ideen- und Erfahrungsaustausch über Trends in dieser Branche steht unter dem Motto "Science and technology meet applications". Die junge Forschungsdiziplin ist für Ingenieure, Physiker, Chemiker oder Biowissenschaftler gleichermaßen interessant, denn sie verknüpft in idealer Weise Mikro-, Material-, Bio- und Präzisionstechniken. Der Leitgedanke wurde nicht ohne Grund gewählt, denn Produkte aus dem Mikrokosmos haben längst Einzug in unseren Alltag gehalten - und das mit stark zunehmender Tendenz. Diesen Trend spiegelt auch die Themenpalette des Kongresses wider, die gleichzeitig ein Hinweis auf die Märkte der Zukunft ist: Automobilindustrie, Informations- und Kommunikationsindustrie, Telekommunikation, Büroautomation, Factoryautomation, Umwelttechnik, Gebäudetechnik, Sensor-, Mess- und Regeltechnik, Chemietechnik, Medizin- und Biotechnologie profitieren von weltweiten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Mit Mikrotechnologien verbinden nicht nur Wissenschaftler und die Industrie, sondern auch die Politik große wirtschaftliche Hoffnungen. Kaum eine andere Technologie bietet eine solche Fülle von Einsatzmöglichkeiten in vielen Produktionsprozessen und verschiedenen Produkten. In winzigen Dimension liege eine große Zukunft, prophezeien die Fachleute des VDE. Die Welt der Kleinstgeräte und -bauteile im Mikrometermaßstab sei im Begriff, ganz groß zu werden. In der Tat: Das Tempo auf diesem Weg ist rasant. Während die Mikroelektronik höchste Rechenleistungen auf kleinsten Volumina vereint hat, geht es heute darum, diese analytischen Einheiten mit sensorischen und aktorischen Fähigkeiten zu Mikrosystemen zu verbinden. Sie basieren u. a. auf Mikrooptik, -fluidik oder -mechanik und versprechen - ähnlich wie bereits die Mikroelektronik - bisherige Lösungen in breiten Anwendungsbereichen durch kleinere, robustere, zuverlässigere und kostengünstigere Systeme zu ersetzen. So, wie die Mikrosystemtechnik auf die Mikroelektronik folgte, führt jetzt die Entwicklung mit Riesenschritten in die Nanowelt. Weltweit haben zahlreiche Forschungslabors die Grundlagen der Nanotechnologie entwickelt, die auf charakteristischen Strukturabmessungen von nur noch einem millionstel Millimeter beruht und damit Bauelemente zum Ziel hat, die tausendfach kleiner sind als diejenigen der heutigen Mikrotechnologie. Die charakteristische Längendimension erstreckt sich sogar bis hinunter zu einzelnen Atomen, Molekülen und sogar Elektronen - und bietet damit fantastische Möglichkeiten. Durch Manipulation einzelner Atome und Moleküle entstehen funktionelle Strukturen, die grundlegend neue Anwendungsfelder und Märkte eröffnen. Experten schätzen, daß sie vermutlich in wenigen Jahren weltweit ein Umsatzpotential von über 100 Milliarden Mark erreichen werden. Beide Themen, die Mikro- und die Nanotechnologien, stehen im Brennpunkt der MICRO.tec 2000. Als ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit schon heute eingesetzter Mikrosysteme gelten in der Fahrzeugtechnik die Radar-Abstandssensoren oder die Beschleunigungssensoren für Front- und Seiten-Airbags. Bis vor wenigen Jahren waren noch elektromechanische Systeme im Einsatz. Heute ist auf einem neun Quadratmillimeter großen Chip die gesamte Auslöseelektronik untergebracht. Der auf dem Gyratosprinzip basierende Sensor, der auf ein Zehntel seiner früheren Größe geschrumpft ist, reagiert auf eine plötzliche Verzögerung des Fahrzeugs zehnmal schneller als sein Vorläufer - und ist zudem nur halb so teuer. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Sektors ist so groß, dass man dem Bereich "Automobilsysteme und Verkehrstechnologien" auf der MICRO.tec 2000 einen eigenen Schwerpunkt widmet. Genau so positiv werden langfristige Produktperspektiven und Anwendungsvisionen bei den "Informations- und Kommunikationssystemen" gesehen. Auch dieser Bereich ist auf der MICRO.tec 2000 mit mehreren Kategorien vertreten: von Miniatur-Antennen über Display-Technologien bis hin zu Mikrofonen und Lautsprechern. Auf diesem Sektor nehmen auch zukünftige Speichersysteme einen breiten Raum ein. Alle diese Geräte müssen mit Strom versorgt werden. Auch da wird die MICRO.tec im Bereich "Energietechnologien" über den neuesten Stand der Technik informieren: Wie kann Energie auf möglichst kleinem Raum gespeichert oder umgeformt werden? Wie profitieren Solarzellen, Batterien und Brennstoffzellen von den neuesten Forschungsergebnissen? Apropos Visionen. Glaubt man denen, werden vielleicht in einigen Jahrzehnten in unseren Körpern molekulare Roboter ihren Dienst tun, die gezielt Krankheitsherde aufspüren und diese an Ort und Stelle auf zellulärer Ebene bekämpfen. Auch wenn das im Moment noch wie Zukunftsmusik klingt: Der hohe Stellenwert von "Medizin und Life Science" spiegelt sich auf der MICRO.tec 2000 wider. Themen sind hier unter anderem aktuelle Entwicklungen bei implantierbaren Mikrosystemen und in der minimalinvasiven Chirurgie. Vielfältig ist die Produktpalette von Systemen, die Pharmaka und Wirkstoffe "vor Ort" dosieren und Implantate bioverträglicher machen sollen. Nicht zu vergessen Multifunktionssensoren, die - miniaturisiert und billig - in der Medizintechnik beispielsweise zur DNA-Analyse genutzt werden können. Neben den funktionalen Anforderungen sind geometrische Abmessungen und der Preis ein wesentliches Argument für oder gegen den breiten Einsatz solcher Sensoren. Der Bereich "Mess- und Kontrollsysteme" wird auf der MICRO.tec 2000 das gesamte Spektrum dieser miniaturisierten Systeme behandeln: die Arbeitsplatzüberwachung, chemische Verfahrenstechnik, Umweltüberwachung von Wasser und Luft und auch die Textilveredelung, um nur einige Beispiele zu nennen. Der VDE-Kongress MICRO.tec 2000 findet vom 25. bis 27. September im TCM (Tagungs-Centrum Messe) auf dem Gelände der EXPO 2000 in Hannover statt. Im VDE sind 34.000 Experten der Elektro- und Informationstechnik zusammengeschlossen. Zu den 1.200 korporativen Mitgliedern zählen alle bedeutenden Unternehmen der Elektroindustrie, der Elektrizitätswirtschaft sowie Forschungsinstitutionen und Bundesbehörden. Der VDE ist einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Wichtiges Ziel des 1893 gegründeten gemeinnützigen Verbandes mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Förderung der Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Fachlich betreut wird der VDE-Weltkongress MICRO.tec 2000 von Experten der VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik (GMM), die mit 12 000 Mitgliedern die größte technisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft auf ihrem Gebiet in Europa ist. ots Originaltext: VDE Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Informationen: VDE Tagungs- und Seminarorganisation Stresemannallee 15 60596 Frankfurt am Main Tel. 069-63 08-381 Fax 069-96 31 52 13, http://www.vde.com vde-conferences@vde.com Die Grafik MICRO.tec 2000 zum Download finden Sie unter http://www.vde.comStichwort: Presse Original-Content von: VDE Verb. der Elektrotechnik Elektronik, übermittelt durch news aktuell

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