Deutsche Film- und Medienbewertung

"Besonders wertvoller" Filmstart für TINKERBELL UND DIE LEGENDE VOM NIMMERBIEST/Kinostart mit Prädikat auch für Doku THE FORECASTER und DAS VERSPRECHEN EINES LEBENS mit Russel Crowe

Wiesbaden (ots) - TINKERBELL UND DIE LEGENDE VOM NIMMERBIEST (Start: 30. April) ist das nun schon sechste und wohl vorerst letzte Feen-Abenteuer aus dem Hause Disney und sorgt für einen fulminanten, spektakulären und höchst unterhaltsamen Abschluss der Reihe. Im Tal der Feen erzählt eine alte Legende von einem Ungeheuer, das bald erwachen soll. Und als Emily, eine von Tinkerbells treuen Freundinnen, durch den Wald fliegt, entdeckt sie es tatsächlich. Doch wie sich schnell herausstellt: Nur weil etwas riesengroß ist, muss es noch lange nicht gefährlich sein. Doch wie bringen Tinkerbell und ihre Freundinnen das dem Rest der verängstigten Einwohner des Tals bei? Die fünfköpfige Jury der FBW vergab das höchste Prädikat "besonders wertvoll". In ihrem Gutachten lobt sie die "intelligente, spannende Dramaturgie, die mit bedrohlicher Stimmung spielt, aber ganz ohne Gewalt oder einen Bösewicht auskommt." Weiter hebt sie die "fließende Eleganz" der Animation hervor, das "erstaunlich subtil eingesetzte" 3D" und die "außergewöhnliche bildnerische Gestaltung" sowie das überzeugende Drehbuch. Der amerikanische Unternehmer Martin Armstrong saß bis 2011 zwölf Jahre in Beugehaft. Er hatte ein Computermodell entwickelt, welches Finanzkrisen "voraussehen" konnte. Schon bald wurde Armstrong von der US-Regierung beobachtet, ausspioniert und letzten Endes des Betrugs angeklagt. Doch die Haftstrafe ist vorbei, Armstrong ist wieder frei. Dass er immer noch so klug und redegewandt ist und dabei auch zukunftsweisend denken kann, beweist Marcus Vetter in THE FORECASTER (Start: 7. Mai), einem Dokumentarfilm, der nicht nur Martin Armstrong selbst begleitet, sondern auch über Armstrongs Modell und seine "Vorhersehungen" erzählt. "Mit der Dramaturgie eines Spielfilms erzählt der Film schlüssig ein sehr interessantes Leben." So die fünfköpfige Expertenrunde der FBW, die dem Film das Prädikat "wertvoll" verlieh. Er hat es seiner Frau am Grab versprochen: Der australische Farmer Connor will seine drei Söhne nach Hause holen, nachdem diese seit der Schlacht von Gallipolli im Jahr 1915 als verschollen und gefallen gelten. Und so macht er sich auf in die Türkei, um dieses Versprechen einzulösen. Für sein Debüt auf dem Regiestuhl hat sich Russell Crowe in DAS VERSPRECHEN EINES LEBENS (Start: 7. Mai) kein leichtes Thema ausgesucht. Eine grausame Schlacht im Ersten Weltkrieg, in der Tausende Soldaten starben, eine dramatische Vater-Sohn-Geschichte und ein subtil eingewobener romantischer Plot - das sind die Zutaten eines bewegenden Dramas, über das die FBW-Jury urteilt: "Großartiges Genrekino zwischen emotionalem Drama, Kriegs- und Actionszenen." Sie vergab das Prädikat "wertvoll".

Weitere kommende Kinostarts mit Prädikat: DIE ABHANDENE WELT von Margarethe von Trotta sowie die Tragikomödie HEDI SCHNEIDER STECKT FEST. Mehr Informationen zu aktuellen und kommenden FBW-Empfehlungen unter www.fbw-filmbewertung.com.

Prädikatsfilme vom 30. April bis 7. Mai 2015

Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest Animationsfilm. USA 2014.

Ein geheimnisvoller Komet am Himmel versetzt das Tal der Feen in Aufregung. Eine alte Legende erzählt von einem Ungeheuer, das bald erwachen soll. Tinkerbells Freundin Emily, eine so neugierige wie hilfsbereite Tierfee, entdeckt das mystische Fabelwesen. Doch wie sie schnell feststellt, ist das haarige Zottelviech mit den smaragdgrünen Augen zwar von beeindruckender Größe, aber eigentlich lieb und somit keine Gefahr für das Tal. Das glauben die Wächterfeen um Anführerin Nyx jedoch so gar nicht. Zumal dieses so genannte Nimmerbiest wie besessen eigenartige Steintürme mit der eigenen, kaugummiartigen Spucke baut. Was steckt da wohl dahinter? Tinkerbell und ihre Freundinnen beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen. Das nun schon sechste und wohl vorerst letzte Feen-Abenteuer der beliebten TINKERBELL-Reihe trumpft erneut mit Herz, Humor und spektakulären 3D-Effekten auf. Die Figuren sind aus anderen Teilen bekannt, doch hat auch jeder "Neueinsteiger" keinerlei Probleme, sofort in die Welt der Feen einzutauchen. Dazu gelingt es, auch neue Figuren ganz harmonisch in das Gefüge einzuweben. Der heimliche Star ist jedoch das Nimmerbiest Gruff, der in sich viele filmische Vorbilder vereint und doch in seiner Mischung aus harter Schale und sehr weichem Kern einzigartig ist. Spielerisch zeigt sich so im Film, dass das Fremde keine Bedrohung, sondern vor allem Hoffnung, ja manchmal sogar Rettung sein kann, wenn man es denn versteht. Das neueste TINKERBELL-Abenteuer liefert nicht nur dem jungen Publikum beste Unterhaltung und ist der krönende, von Feenglanz umwehte Abschluss der Reihe.

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/tinkerbell_und_die_legende_vom_nimmerbiest

The Forecaster

Dokumentarfilm. Deutschland 2014.

Anfang der 1980er Jahre entwickelte der Unternehmer Martin Armstrong ein Computermodell. Aufgrund unzähliger gesammelter Daten und Tabellen konnte dieses Modell Wirtschaftskrisen vorhersagen. Und dies erschreckend präzise. Analysten und Finanzexperten waren irritiert, Politiker dagegen verstört. Wie konnte dieser Mann an der Spitze eines Unternehmens die Weltwirtschaft der Zukunft lesen, als wäre es ein Buch oder ein Wetterbericht? Armstrong erklärte es durch reine Zahlenanalyse. Doch der US-Geheimdienst sah darin mehr - und verfolgte den Unternehmer. Im Jahr 1999 wurde Armstrong wegen Betrugs angeklagt und zu 12 Jahren Beugehaft verurteilt. In seinem neuen Dokumentarfilm widmet sich Regisseur Marcus Vetter neben der Person Martin Armstrong auch und vor allem den Vorgängen, die zu dessen Ruf als "Forecaster" geführt haben. Dabei stellt sich schnell heraus, dass das Genie in Armstrong selbst gar nicht soviel mit Spekulation und "Wahrsagerei" zu tun hat. Denn vor allen Dingen ist Armstrong ein Mann, der die Geschichte der Zahlen beobachtet und daraus eine Regel für die Zukunft ableitet. Der Film betrachtet die Vorgehensweise seines Protagonisten, stellt interessante Querverweise auf verschiedene Wirtschaftskrisen her und lenkt den Blick des Betrachters auch auf aktuelle Entwicklungen, die nicht gerade rosige Zeiten für uns alle versprechen. Dramaturgisch ist THE FORECASTER geschickt aufgebaut, entwickelt Spannung und vor allen Dingen ein gutes Verständnis für die thematischen Zusammenhänge. Im Mittelpunkt steht dabei immer Martin Armstrong selbst, der 2011 aus der Haft entlassen wurde. Seitdem bereist er Länder, besucht Wirtschaftskongresse, hält Vorträge und Seminare. Denn dieser rhetorisch unglaublich begabte Mensch kann vielleicht nicht vorhersagen, was die Zukunft bringen mag. Doch er kann immer noch berechnen, wie sie sich entwickeln könnte. Ein brandaktueller, spannender und lehrreicher Film, der genau zur rechten Zeit kommt.

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/the_forecaster

Das Versprechen eines Lebens

Spielfilm, Drama. Australien, Türkei 2014.

"Du kannst Wasser finden, aber nicht deine eigenen Kinder" - das ist es, was Joshua Conners Frau ihm vorwirft. Ihre Söhne kämpften 1915 auf britischer Seite in der Schlacht von Gallipoli in der Türkei. Alle drei gelten als gefallen. Die Trauer treibt die Mutter vier Jahre später in den Selbstmord. Connor verspricht an ihrem Grab, die Söhne zu finden und nach Hause zurückzubringen. Er gibt alles auf, verlässt seine Heimat und begibt sich auf die Suche. Doch in der Türkei angekommen, muss Connor feststellen, dass das Ende des Krieges nicht auch das Ende aller Konflikte bedeutet. Und immer stärker beginnt er zu glauben, dass seine Söhne vielleicht sogar überlebt haben könnten. 100 Jahre nach der grausamen Schlacht von Gallipoli inszeniert Russel Crowe diese, auf einer wahren Begebenheit beruhenden, Geschichte und überzeugt dabei selbst in der Hauptrolle. Gefühlvoll sind die romantischen Szenen zwischen Connor und der jungen türkischen Witwe Ayshe, ergreifend auch die Momente, die einen Blick auf die Schrecken des Krieges werfen und die Ausweglosigkeit der Soldaten zeigen. Insbesondere die Szenen des Stellungskrieges gehen dem Zuschauer wahrhaft unter die Haut. Doch Crowe lässt auch Platz für actionreiche Momente, für Verfolgungsjagden, Schießduelle. Zudem glänzt der Film durch fantastische Landschaftsaufnahmen und einem großartigen musikalischen Score. Indem der Film als eine Arbeit Parabel funktioniert, verweist Russel Crowe auf die Sinnlosigkeit aller Kriege. Auch entsteht durch die Mehrsprachigkeit des Films eine besondere Authentizität. DAS VERSPRECHEN EINES LEBENS ist überzeugendes Genrekino, das bewegt und an einen wichtigen Moment der Geschichte erinnert.

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/das_versprechen_eines_lebens

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