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Playboy-Interview mit Manfred Krug

    München (ots) - Manfred Krug über seine Filme: "Manchmal, wenn ich
einen alten Film mit mir sehe, pruste ich doch tatsächlich über mich
selber. Wenn ich bedenke, wie selten ich sonst pruste, scheine ich
mich über mich ganz gut zu amüsieren."
    
    Manfred Krug über die Ossi-Witze von Harald Schmidt: "Wenn die
Ossis so schlapp sein sollten, dass sie nach 40 Jahren Sozialismus
den Schmidt nicht aushalten, dann haben sie seinen Sarkasmus und
seine Ironie verdient. Seine Witze sollen doch nicht unter die Haut
gehen, er will anstacheln und eine Form von Wehleidigkeit
konterkarieren. So schlapp sollte ein Ossi nicht sein, dass er über
Schmidt-Witze jammert."
    
    Manfred Krug über Architekten: "Sie verhunzen große Teile der
Städte und nehmen sich unheimlich wichtig. Die verwechseln ihre
künstlerische Eingebungskraft und Wichtigkeit mit dem Budget, das sie
verbauen dürfen. Und dann matschen sie da Zeug hin, was auf
Jahrzehnte hinaus die Städte verschandelt. Das sind Leute, bei denen
man sehr misstrauisch sein muss."
    
    Manfred Krug gegenüber dem Berufsstand der Steuerberater:
"Steuerberater sind oft nur die Tentakel des Finanzamtes. Wenn es in
der DDR gefährliche, großohrige Berufgruppen gab, so darf man nicht
ausschließen, dass hier im Westen die Steuerberater durchaus eine
gefährliche Berufsgruppe sein können."
    
    Manfred Krug über "Tatort"-Drehbücher: "Die Drehbücher waren nur
selten von vornherein gut. Manchmal ist trotz des großen Aufwands
nicht gelungen, sie gut zu machen."
    
    Manfred Krug über Dieter Wedel: "Der Wedel ist doch der mit diesen
ondulierten Haaren, der sich so Löckchen macht, oder? Von dem höre
ich immer, dass er so streng, so präzise und gnadenlos sein soll.
Wissen Sie, wenn sich ein Regisseur an diesem Ruf erfreut - und das
bei dem heutigen Elend an Drehbüchern, hab ich schon Schiss."
    
    Manfred Krug über kommerzielle Musik: "Es ist kein Wunder, dass so
ein absolutes Elendsgedudel, wie sagen wir mal von Zlatko, sich 800
000 Mal verkauft. (...) Viele Leute sind so musikalisch, dass sie mit
einer Zlatko-Melodie glücklich sind. (...) Wenn es mit dem Gehör so
schlecht bestellt ist, darf man höchstens fragen: Schafft man das
durch besseren Musikunterricht an den Schulen?"
    
    Manfred Krug über Zigarren: "Ich rauche die billigste kubanische,
die es gibt, weil ich den Unterschied  zwischen einer Cohiba für 30
Mark und einer Quintero für drei Mark nicht schmecken kann. Es tut
mir leid, dafür bin ich zu tumb. Ich weiß sehr wohl eine schlechte
Leberwurststulle von einer guten unterscheiden. (...) Aber beim
Unterscheiden eines schlechten von einem guten Rotwein fällt mir das
schon schwerer. Und so ist es auch mit Zigarren."
    
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