Private-Equity-IPOs bieten bessere Performance

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Studie: Börsengänge unter Beteiligung von Private-Equity-Gesellschaften bringen Anlegern höhere Rendite / Schrittweiser Ausstieg von Finanzinvestoren sorgt für Vertrauen am Aktienmarkt

Bringen Finanzinvestoren ein Beteiligungsunternehmen an die Börse, zahlt sich der Kauf einer Aktie überdurchschnittlich aus. Zumindest in kurzfristiger Perspektive von bis zu einem Jahr nach der Erstemissionen (IPO) entwickeln sich die Aktienkurse der von Private-Equity-Gesellschaften an die Börse geführten Unternehmen im Schnitt deutlich besser als die anderer Neuzugänge auf dem Aktienmarkt. Das geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor, für die weltweit 3.239 Börsengänge der Jahre 2003 bis 2012 analysiert wurden.

"Natürlich ist die Aktienkursentwicklung eines Unternehmens von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Allerdings legen die Studienergebnisse nahe, dass Finanzinvestoren in den vergangenen Jahren eine deutlich bessere Performance 'ihrer' Unternehmen erzielen konnten. Dies dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass sich Private-Equity-Gesellschaften beim IPO nur noch selten von sämtlichen Anteilen trennen, sondern durch längerfristige Beteiligungen und einen schrittweisen Ausstieg für Vertrauen am Aktienmarkt sorgen", erläutert Nadja Picard, Partnerin im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC.

So stieg der Aktienkurs nordamerikanischer Unternehmen, die in den Jahren 2011 und 2012 von Finanzinvestoren an die Börse gebracht wurden, innerhalb von zwölf Monaten um durchschnittlich 24,8 Prozent, während der Aktienkurs bei den übrigen IPOs um 16,4 Prozent über dem Ausgabepreis lag. Bei den europäischen IPOs fällt die Bilanz mit einer Zwölfmonats-Rendite von 28,1 Prozent gegenüber 0,1 Prozent sogar überaus deutlich zu Gunsten der Emissionen von Finanzinvestoren aus.

Deutsche Finanzinvestoren setzen auf schrittweisen IPO

Auch in Deutschland erzielen Private-Equity-Fonds eine klar überdurchschnittliche Kursperformance. Die Analyse der Erstemissionen zwischen 2003 und 2012 in Deutschland und den Niederlanden zeigt, dass die Börsengänge unter Beteiligung von Finanzinvestoren nach zwölf Monaten im Durchschnitt eine Kursperformance von 9,8 Prozent erreichten, während sich der Vergleichswert für die Emissionen ohne Finanzinvestoren lediglich auf 3,0 Prozent beläuft.

Deutlich wird zudem die Präferenz der Finanzinvestoren für eine schrittweise Trennung von Beteiligungsunternehmen: Nur bei sechs von 30 Erstemissionen am deutschen bzw. niederländischen Aktienmarkt in den Jahren 2003 bis 2012 stellten Private-Equity-Fonds sämtliche ihrer Anteile sofort zum Verkauf, während sie ihre Beteiligung in 14 Fällen lediglich reduzierten. An zehn Unternehmen sind die abgebenden Finanzinvestoren noch heute beteiligt.

"Das in der Öffentlichkeit teilweise verbreitete Misstrauen gegenüber Private-Equity-Firmen lässt sich am Aktienmarkt nicht nachweisen. Im Gegenteil: Aus Sicht der Anleger wertet es ein Unternehmen auf, wenn Finanzinvestoren auch nach einem Börsengang beteiligt bleiben und ihre Management-Kompetenzen weiterhin einbringen", erläutert Picard.

Private-Equity-IPO wird häufiger

In den vergangenen zehn Jahren ist die Bedeutung der Finanzinvestoren für den Emissionsmarkt ungefähr gleich geblieben. Standen Private-Equity-Fonds zwischen 2003 und 2010 noch bei 27 Prozent aller Börsengänge auf der Verkäuferseite, galt dies in den Jahren 2011 und 2012 immerhin noch für 23 Prozent. Allerdings sind die regionalen Unterschiede erheblich: Während der Anteil der Börsengänge unter Beteiligung von Finanzinvestoren in Nordamerika von 49 Prozent auf 55 Prozent zulegte, sank die Quote in Europa von 25 Prozent auf 18 Prozent, in Asien von 11 Prozent auf 7 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich auch die Aktienkurse der asiatischen IPOs mit Private-Equity-Hintergrund deutlich schwächer entwickelten.

"Wir gehen davon aus, dass IPOs unter Beteiligung von Finanzinvestoren zumindest in Europa häufiger werden. Dies dürfte insbesondere für Deutschland gelten, wo Private-Equity-Fonds in jüngster Zeit an erfolgreichen Emissionen wie den Börsengängen von Brenntag oder Kabel Deutschland beteiligt waren",kommentiert Picard.

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