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Vorbehalte trotz Vorteilen - Mittelstand bleibt gegenüber Beteiligungskapital verschlossen

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Studie: Vier von fünf Mittelständlern lehnen Einstieg eines Finanzinvestors ab / Furcht vor Kontrollverlust wiegt schwer / Eigene Zukäufe plant nur jedes zehnte Unternehmen

Im deutschen Mittelstand sind die Vorbehalte gegenüber Finanzinvestoren nach wie vor groß. Obwohl die Mehrzahl der befragten Unternehmen in der Beteiligung einer Private-Equity-Gesellschaft grundsätzlich Vorteile erkennt, lehnen über 80 Prozent den Einstieg eines Investors ab, wie aus der Studie "Transaktionen im Mittelstand - Bestandsaufnahme und Ausblick" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor geht. Knapp jeder fünfte Mittelständler (18 Prozent) kann sich eine Private-Equity-Beteiligung an seinem Unternehmen vorstellen. Nur bei rund einem Prozent der Befragten ist bereits eine Beteiligungsgesellschaft engagiert. Für die Studie wurden deutschlandweit 533 mittelständische Unternehmen befragt. Gesprächspartner waren Geschäftsführer (53 Prozent der Befragten), Eigentümer (29 Prozent) sowie Finanzvorstände bzw. Prokuristen (18 Prozent).

"Die Umfrageergebnisse dokumentieren ein Dilemma: Einerseits würden viele Mittelständler die Beteiligung eines Finanzinvestors begrüßen, andererseits wiegt die Furcht vor einem 'Ausverkauf' schwer. Eine Versachlichung der emotionalen Diskussion um Private Equity und eine nüchterne Interessenabwägung erscheinen daher dringend geboten", sagt Dr. Peter Bartels, Mitglied des Vorstands und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC.

Das gewichtigste Argument der Mittelständler gegen Beteiligungskapital ist die Furcht vor dem Verlust der unternehmerischen Unabhängigkeit. Zwei Drittel der Befragten glauben, dass sie mit dem Einstieg eines Finanzinvestors ihre Entscheidungshoheit (teilweise) abtreten müssen. Knapp jeder zweite Mittelständler (45 Prozent) hält die Strukturen und Motive von Beteiligungsgesellschaften für zu wenig transparent. Gut jeder dritte (35 Prozent) sieht in den unterschiedlichen Unternehmenskulturen von Private-Equity-Fonds und eigenem Betrieb ein Konfliktpotenzial, und 30 Prozent sprechen Finanzinvestoren die notwendige soziale Kompetenz für den Umgang mit Unternehmen und Mitarbeitern ab. Demgegenüber fallen Zweifel an den unternehmerischen Fähigkeiten und Zielen der Beteiligungskapitalgeber kaum ins Gewicht.

Auf der anderen Seite sehen 75 Prozent der befragten Mittelständler den Einstieg eines Finanzinvestors als grundsätzlich positiv für die Kapitalstruktur und -versorgung ihres Unternehmens an. Jeder dritte Befragte sieht auch einen möglichen Zugewinn an externer Expertise, gut jeder vierte erwartet eine Professionalisierung der Unternehmensführung im Falle einer Beteiligung von Finanzinvestoren. Für 14 Prozent wäre das Engagement eines Private-Equity-Investors attraktiv, weil der Eigentümerkreis um einen neutralen Gesellschafter erweitert würde.

Kaum Zukäufe mangels Angebot

Während die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen die Aufnahme externer Gesellschafter ablehnt, sind eigene Zukäufe durchaus ein Element der Wachstumsstrategie. Konkrete Übernahme- bzw. Beteiligungspläne verfolgen dennoch nur neun Prozent der Befragten. Die übrigen Mittelständler sind zwar an Akquisitionen interessiert, immerhin 45 Prozent der Befragten ohne konkrete Beteiligungsabsicht finden aber nach eigener Aussage kein passendes Kaufobjekt. Knapp jedem dritten Unternehmen fehlen die zeitlichen und personellen Ressourcen, um eine derartige Transaktion zu bewältigen.

"Fusionen und Übernahmen gehören nicht zum Kerngeschäft mittelständischer Unternehmen. Das fehlende Know-how darf jedoch kein Grund dafür sein, Zukäufe zur Stärkung der Wettbewerbsposition auszuschließen. Gerade in Zeiten hoher Unsicherheit an den Märkten können Fusionen oder Übernahmen den entscheidenden Vorsprung verschaffen", betont Bartels.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.pwc.de/transaktionen-im-mittelstand

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