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Jede dritte Stiftung schränkt Projektförderung ein

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Studie: Wirtschaftskrise lässt Kapitalerträge sinken, Finanzlage der Stiftungen bleibt aber insgesamt gut / Mehr Fördermittel für Bildung und Forschung erwartet

Jede dritte Stiftung hat bislang Vermögenseinbußen hinnehmen müssen, wie aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 110 Stiftungen hervor geht. Zwei von drei Stiftungen rechnen damit, dass sie 2009 niedrigere Kapitalerträge erwirtschaften werden als im Vorjahr. Die Wirtschaftskrise zwingt die deutschen Stiftungen zu Einsparungen: Ein finanzieller Kahlschlag bei der Förderung gemeinnütziger Projekte ist jedoch nicht zu befürchten.

In der Konsequenz kommen Projektbudgets und Finanzierungskonzepte bei der Hälfte der Befragten auf den Prüfstand, und knapp jede dritte Stiftung wird 2009 voraussichtlich deutlich weniger Projekte fördern als 2008. Drastische Einschnitte sind jedoch die Ausnahme. "Die deutschen Stiftungen haben die Wirtschaftskrise bisher überraschend gut bewältigt. Dennoch werden sie sich weiter professionalisieren und vermehrt Instrumente der strategischen Unternehmensführung, ähnlich wie in anderen Wirtschaftsunternehmen, einsetzen müssen", kommentiert Petra Jaretzke, Partnerin bei PwC und Expertin für Stiftungen.

Die befragten Stiftungen schätzen ihre wirtschaftliche Situation weit überwiegend positiv ein. Auf einer Skala von eins ("ausgesprochen schlecht") bis zehn ("ausgesprochen gut") liegt der Mittelwert bei sieben. Jede fünfte Organisation bewertet ihre wirtschaftliche Lage mit den als sehr gut, weitere 44 Prozent der Stiftungen als gut.

Die insgesamt ausgesprochen stabile Finanzlage dürfte sich mittelfristig kaum verschlechtern. Im Gegenteil erwarten gut vier von zehn Befragten sogar eine Verbesserung, während nur sieben Prozent der Stiftungen eine Eintrübung ihrer wirtschaftlichen Situation befürchten.

Für die Studie wurden Interviews mit 110 Stiftungen geführt. Knapp jede vierte Organisation ist auch im Ausland tätig. Jede zehnte befragte Stiftung beschäftigt in Deutschland mehr als 500 Mitarbeiter, vier von fünf haben weniger als 100 Mitarbeiter.

Überschaubare Vermögensverluste

Bislang hat jede dritte Stiftung auf Grund der Krise an Vermögen verloren. Gut die Hälfte der betroffenen Stiftungen (56 Prozent) berichtet über Vermögensverluste unterhalb der Marke von zehn Prozent. Bei knapp 20 Prozent der Befragten mit Verlusten belaufen sich die Einbußen hingegen auf bis zu 25 Prozent des Stiftungsvermögens. Existenzbedrohend ist die Finanz- und Vermögensentwicklung nur in wenigen Fällen. Lediglich sieben Prozent der Befragten halten ihr Stiftungskapital für gefährdet.

Im laufenden Jahr werden zwei von drei befragten Stiftungen nach eigener Einschätzung niedrigere Kapitalerträge erwirtschaften als 2008. Besonders stark betroffen sind Stiftungen, die ihre Finanzlage als "weniger gut" beschreiben: In dieser Gruppe rechnen drei von vier Befragten mit sinkenden Erträgen, während diese Einschätzung nur knapp sechs von zehn Stiftungen mit "ausgesprochen guter" Finanzlage teilen.

Anlagestrategie ist oft ungeregelt

Nur bei knapp jeder zweiten Stiftung (46 Prozent) legen die Statuten Regeln für die Vermögensbewirtschaftung fest. Eine konkrete Beschlussfassung zur Anlagestrategie, die nicht immer auch explizit in den Statuten steht, gibt es bei der knappen Mehrheit (53 Prozent) der Befragten. Allerdings wurde nur bei jeder dritten Organisation die Vermögensbewirtschaftung schon einmal von der Stiftungsaufsichtsbehörde überprüft.

Die meisten Stiftungen (91 von 110) betrauen einen Wirtschaftsprüfer mit der Prüfung der Jahresrechnung, bei 68 Befragten untersuchte der Prüfer auch konkret die Vermögensbewirtschaftung.

Mehr Geld nur für Bildung und Wissenschaft

Der Rückgang der insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel wirkt sich in den Förderbereichen unterschiedlich aus. So erwarten die befragten Stiftungen, dass es für Bildungsprojekte ungeachtet der Finanzentwicklung per Saldo mehr Fördermittel geben wird als bisher. Hier rechnen 39 Prozent mit einer Ausweitung der Unterstützung, jedoch nur 12 Prozent mit Kürzungen. Knapp positiv ist der Saldo im Bereich Wissenschaft und Forschung, für den 25 Prozent der Befragten eine höhere und 22 Prozent eine niedrigere Förderung prognostizieren. Die übrigen neun abgefragten Förderbereiche müssen sich nach Einschätzung der Stiftungen auf Kürzungen einstellen. Dies trifft insbesondere auf den Bereich Kunst und Kultur zu, für den 61 Prozent der Befragten eine Kürzung und lediglich sechs Prozent einen Anstieg der Fördermittel erwarten.

Um Kosten zu sparen, kürzen die Stiftungen auch bei den Verwaltungsaufwendungen. Vier von zehn Befragten ziehen verstärkt Kooperationen in Erwägung. Harte Einschnitte bleiben demgegenüber die Ausnahme. Einen Einstellungsstopp gibt es derzeit nur bei 14 Prozent der Stiftungen, und mit Entlassungen rechnet nur jede zwanzigste Organisation. Bei letzteren handelt es sich ausschließlich um Stiftungen mit weniger als 100 Mitarbeitern.

Weitere Informationen sowie eine Möglichkeit, die Studie zu bestellen, finden Sie unter: www.pwc.de/de/de/stiftungsstudie

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